Erster Bagger auf dem "Lorth-Zipfel"

Erster Bagger auf dem "Lorth-Zipfel"

Duisdorf. Auf zwei 80 mal zehn Meter großen Feldern hat der Bagger die Humusschicht abgetragen. Vom Schmittgasser Kirchweg aus sind die Flächen deutlich zu sehen. Die Vorbereitung für das geplante Baugebiet Im Bruch, im Volksmund auch "Lorth-Zipfel" genannt, hat begonnen.

Bei den jetzt abgeschlossenen Arbeiten handelt es sich aber noch nicht um den Hausbau selbst, sondern um sogenannte Sondierungsschnitte, die der Landschaftsverband Rheinland angeordnet hat. Der war nach ersten Bodenuntersuchungen an drei Stellen auf alte Ziegelreste gestoßen, wie Ludwig Eickenbusch von der WGZ Immobilien+Treuhand GmbH in Münster mitteilt.

Der Erschließungsträger und Investor arbeitet mit der VR-Bank Bonn zusammen, die bereits die meisten Grundstücke auf dem Gelände zwischen Lessenicher-, Rudolf-Herzog-Straße und der Bahntrasse erworben hat.

Nachdem die Rapsernte eingefahren war, wurden die ersten beiden Felder frei gelegt. Wenn es dort überhaupt archäologische Schätze gibt, dann handelt es sich um Pfahlreihen. "Das ist aber heute vermodertes Holz", sagt Eickenbusch. Die Untersuchungen auf der dritten Verdachtsfläche etwas weiter nördlich soll erfolgen, wenn dort Ende Oktober die Rüben geerntet worden sind.

Ungeachtet der Untersuchungen läuft weiterhin das Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster. Zwei Anwohner haben mit Hilfe der Bürgerinitiative gegen die Bebauung des Meßdorfer Feldes gegen die Stadt geklagt und bemängeln Fehler bei der Aufstellung des Bebauungsplanes.

Trotzdem ist er laut Eickenbusch rechtsverbindlich. "Wir machen gerade die Straßen- und Kanalplanung. Anfang November soll sie mit der Stadt abgestimmt werden." Es folgen Ämterverfahren und Erschließungsvertrag, danach sollen die Ausschreibungen erfolgen. Eickenbusch geht davon aus, dass die ersten Tiefbauarbeiten für das Baugebiet im kommenden Frühjahr erfolgen können.

Im Bruch werden 110 Einfamilienhäuser und 120 Wohneinheiten in zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden entstehen. Sie alle bieten Raum für bis zu 230 Familien. "Die Nachfrage ist riesig groß", sagt Erika Lägel von der VR-Bank. Es gebe mehr Interessenten als bei anderen Wohngebieten. Das bestätigt auch Eickenbusch.

Vor allem die frei stehenden Häuser und Doppelhaushälften auf dem 68 000 Quadratmeter großen Gelände seien gefragt. Wer ins Duisdorfer Neubaugebiet am Rande von Lessenich/Meßdorf zieht, hat es nicht weit ins ansonsten freie Meßdorfer Feld.

Es ist zu einem späteren Zeitpunkt geplant, einen zweiten Bauabschnitt zu realisieren. Auch dabei sollen rund 230 Wohneinheiten errichtet werden.

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