Warnstreik in Bonn und der Region: "Dienstag findet kein Nahverkehr statt"

Warnstreik in Bonn und der Region : "Dienstag findet kein Nahverkehr statt"

Busse und Bahnen werden am Dienstag in Bonn und der Region in den Depots bleiben. Die Gewerkschaft Verdi hat landesweit mehr als 45.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zu Warnstreiks aufgerufen, wie sie am Montag mitteilte.

Auch kommunale Kitas blieben vielerorts geschlossen. Außerdem legten Mitarbeiter von Müllabfuhr, Jobcentern sowie das Personal in zahlreichen Kliniken die Arbeit nieder. Mit den Warnstreiks will Verdi Druck machen auf die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen, die am Donnerstag und Freitag in Potsdam weiter gehen.

Situation für Bonn besonders bitter

Neben all den starken Verkehrsbehinderungen durch die Arbeiten auf der Bonner Südbrücke wird es am morgigen Dienstag vermutlich zu einem relativ großen Verkehrsinfarkt kommen, wenn die öffentlichen Busse und Bahnen bestreikt werden. Was machen Sie morgen?

Der Streik wird vor allem die Arbeitnehmer und weniger die Arbeitgeber treffen. Und der ÖPNV schießt sich selbst ins Aus, wenn er während der Bauarbeiten keine echte Alternative zum Auto ist.

Stadtwerke-Sprecher Werner Schui sagte: "Wir können aktuell nicht davon ausgehen, dass Dienstag in Bonn Nahverkehr stattfinden wird."

Nahezu sämtliche Bus- und Bahnfahrer würden voraussichtlich in den Ausstand treten, so Schui: "Nach dem, was die Gewerkschaften bislang mitgeteilt haben, müssen wir davon ausgehen, dass allein die Fahrer des kommunalen Unternehmens Regio-Bus-Rheinland vom Streik ausgenommen sind."

Die Gewerkschaften hielten sich vornehm zurück und gäben keine Mitteilung, wo und auf welchen Strecken vor allem gestreikt wird. Es soll ja weh tun.

Regio-Bus-Rheinland stellt aber gerade mal zehn Prozent der Bus- und Bahnfahrermannschaft. Schui: "Diese Fahrer sind aber nur auf ihren normalen Buslinien unterwegs und werden nicht auf anderen Linien eingesetzt."

Für den Bahnverkehr sieht der SWB-Sprecher komplett schwarz. "Dass gerade jetzt gestreikt wird, ist angesichts der Brückensanierung sowohl für uns als Unternehmen als auch für die Fahrgäste sehr bitter."

Wasser- und Stromversorgung sowie allen anderen lebenswichtigen Aufgaben seien aber gewährleistet, betont Schui. "Diese Bereiche sind vom Streik ausgenommen. Bei Wasserrohrbruch rückt natürlich ein Team aus."

Am Mittwoch werden dann auch Kindertagesstätten und Müllabfuhr bestreikt. Hintergrund: Die Gewerkschaften fordern für die 2,1 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst 3,5 Prozent mehr Lohn.

Wer Dienstag pünktlich auf der Arbeitsstelle sein will, steigt am besten um. Aber nicht auf Busse und Bahnen. Sondern aufs Fahrrad, oder er geht zu Fuß. Oder nimmt sich frei und bleibt zu Hause.

Und was machen Sie? Schreiben Sie uns!