Der Knaller-Kontrolleur: Christian Hausen überprüft die Sicherheit von Feuerwerksraketen

Der Knaller-Kontrolleur : Christian Hausen überprüft die Sicherheit von Feuerwerksraketen

Raketen, Feuerwerksbatterien, Chinaböller, Knallfrösche & Co. haben Hochkonjunktur, denn Feuerwerk für Silvester darf erst seit Donnerstag verkauft werden - und darf nur am letzten Tag des alten und am ersten Tag des neuen Jahres gezündet werden.

Knapp 100 Millionen Euro werden an Silvester am deutschen Nachthimmel im Wortsinn verpulvert. Damit das Feuerwerk jedoch ohne böse Überraschungen bleibt, gibt es Menschen wie Christian Hausen. Er arbeitet bei der Bezirksregierung Köln und kontrolliert zwischen den Jahren verschiedene Geschäfte in der Region.

"Ganz entscheidend ist die BAM-Nummer der Produkte. Diese ist ein Indiz dafür, dass die Produkte von der Bundesanstalt geprüft und somit zum Knallen geeignet sind", erklärt der Fachmann, den der GA bei seiner Tour durch Bonn begleitete. Bei den älteren Nummern finde man ein "P" in der Nummer, bei neueren ein "F".

Sein Hinweis, sich "unbedingt die Gebrauchsanweisung durchzulesen", klingt banal, ist aber oft entscheidend. Gerade angesichts des Trends hin zu immer größeren und spektakuläreren Batterie- oder Verbundfeuerwerken, die nach einmaligem Anzünden mehrere Minuten lang den Himmel erleuchten können, sollte man Vorsicht walten lassen.

Generell gelte: Kinder niemals alleine mit den explosiven Stoffen hantieren lassen und stets einen Eimer Wasser zur Hand haben. "Zudem sollte man niemals versuchen, Blindgänger erneut zu zünden. Man weiß nie, ob diese nicht noch verspätet hochgehen", mahnt Hausen.

Wegen der vielen Verletzten, die es jedes Jahr in der Nacht zu Neujahr und in den Tagen danach gibt, tut eine Sensibilisierung der Menschen immer noch Not. Natürlich könne man nicht alles verhindern, schätzt Hausen die Lage realistisch ein. "Wenn jemand trotz aller Ratschläge illegale und hochgefährliche Knaller, zum Beispiel aus dem Ausland, kauft, kann man ihm auch nicht mehr helfen."

Kurz vor der Jahreswende sind Hausen und seine knapp zehn Kollegen von der Bezirksregierung viel unterwegs: Sie kontrollieren bei Discountern, Einzelhändlern und in Baumärkten, wie es um Lagerung, Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein vor Ort bestellt ist. "Es gibt teilweise sehr strikte Vorgaben, auf deren Einhaltung wir penibel achten", verrät Hausen. Seit knapp zehn Jahren macht er den Job, und viele Dinge sieht er auf den ersten Blick. Zum Beispiel die Nettoexplosivstoffmasse(NEM): Nicht mehr als 70 Kilo dürfen insgesamt auf den Verkaufstischen liegen.

Außerdem achten die Männer und Frauen vom ehemaligen Gewerbeaufsichtsamt auf den Sicherheitsabstand zu leicht entflammbaren Materialien, die richtige Lagerung, vorhandene Löschmittel und freie Fluchtwege. Wichtig sei auch, dass die Mitarbeiter vorab geschult werden, wie mit Knallern und Raketen umzugehen ist - und mit Kunden, die diese kauften.

Lärm an Silvester:
Wummernde Bässe, krachende Böller, fröhliches Gelächter: Partys sind laut, vor allem die Silvesterparty. Aber wie viel Lärm dürfen Mieter überhaupt machen? Auch, wenn das viele denken: Niemand hat einen gesetzlichen Anspruch darauf, einmal im Monat oder dreimal im Jahr richtig auf die Pauke zu hauen und ein lärmendes Fest zu veranstalten, teilt der Mieterbund mit. Denn zum einen gilt besonders in Mehrfamilienhäusern das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme, zum anderen gilt ab 22 Uhr per Gesetz die Nachtruhe.

Das bedeutet, ab 22 Uhr darf nur noch mit angezogener Handbremse gefeiert werden. Silvester allerdings gelten Sonderregelungen. Da in sehr vielen Wohnungen gefeiert wird und traditioneller Weise um Mitternacht überall Böller und Raketen explodieren, ist es wenig sinnvoll, Nachtruhe von den feiernden Nachbarn zu fordern. Denn Nachtruhe herrscht erst dann, wenn in der eigenen Wohnung praktisch nichts mehr zu hören ist - bei dem Silvesterlärm in der Umgebung meist unmöglich.

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