Bürger lassen bei Infoveranstaltung zum neuen Buskonzept Dampf ab

Bürger lassen bei Infoveranstaltung zum neuen Buskonzept Dampf ab

Thema steht am 17. März im Planungsausschuss auf der Tagesordnung

Brüser Berg. Dauernd Verspätungen, überfüllte Busse in Stoßzeiten, schlechte Anbindung einiger Abschnitte des Ortsteils, ungünstige Linienführung und Unregelmäßigkeiten im Fahrplan: Rund 30 Bürger nutzten am Dienstagabend die Gelegenheit, um im Ortsteilzentrum Brüser Berg im Hinblick auf das neue Buskonzept kräftig Dampf abzulassen.

Gleichzeitig äußerten die Teilnehmer der von der CDU anberaumten Info-Veranstaltung zahlreiche kreative Verbesserungsvorschläge. Auch Vertreter anderer Parteien hatten sich in den vergangenen Monaten immer wieder um Fortschritte beim Buskonzept bemüht.

"Seit Einführung des neuen Konzeptes im Dezember 2008 reißen Kritik und Beschwerden nicht ab, trotz einiger Nachbesserungen seitens der Stadtwerke. Das große Problem der Verspätungen insbesondere der Linien 608 und 609 scheinen die Verantwortlichen nicht in den Griff zu bekommen. Man gewinnt den Eindruck, mit dem neuen Konzept gibt es mehr Verlierer als Gewinner", beschrieb CDU-Fraktionsvorsitzende Birgitta Jackel die derzeitige Situation. Unter anderem standen Angela Franken von den Stadtwerken Bonn und Christian Smydra vom Stadtplanungsamt den Bürgern Rede und Antwort.

Wichtige Kritikpunkte waren die fehlende Anbindung der Linie 609 an das neue Einkaufszentrum am Basketsring, der Wegfall der Zusatzlinie 639 als Verstärkung in den Stoßzeiten und die Gestaltung der Haltestelle "Marie-Curie-Straße". Inge Stauder, Schulleiterin des Hardtberg-Gymnasiums, forderte einen 15-Minuten-Takt für die Linie 630 am Morgen und in der Mittagszeit, um Überfüllungen aufgrund des hohen Schüleraufkommens zu vermeiden.

Für die 1 600 Schüler des Schulzentrums seien die Beförderungskapazitäten nicht ausreichend. Weiterhin kritisierte die Schulleiterin die fehlende Linienführung vom Brüser Berg durch den Schieffelingsweg.

"Sie haben gesagt, die neuen Fahrpläne seien nach den alten gestaltet worden. Wie geht das, wenn Sie die Linienführung ändern? Ich habe den Eindruck, hier unterhalten sich Blinde über Farben", hielt Werner Schorn der Vertreterin der Stadtwerke vor. Dann setzte der Hardtberger noch einen drauf: "Es gibt Fahrer in den Gelenkbussen, die beim Bremsen und Gasgeben fahren, als ob sie statt Fahrgästen Zuckerrüben und Kies transportieren."

"Eine parallele Linienführung ist wichtig. Man muss die Verkehrsströme bündeln, aber es muss auch funktionieren. Außerdem brauchen wir einen Sammelbus wie früher die 634, der auch entlegene Straßen anfährt. Denken Sie einfach an diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind", merkte Egon Troles an.

"Mit 606 und 607 fahren unnützerweise zwei Linien vom Malteser Krankenhaus nach Ramersdorf. Aber wir kommen ohne die 634 nicht mehr zum Hardtbergbad und zum Schulzentrum. Außerdem fehlt eine Umsteigemöglichkeit am Hermann-Wandersleb-Ring", fügte eine Teilnehmerin hinzu. Ebenso forderte ein Großteil der Bürger für die Hauptverkehrszeiten einen Schnellbus in die Bonner City.

Lauter Unmut kam zeitweise auf, als Smydra ankündigte, dass einige Verbesserungen erst bis Ende 2009 umgesetzt werden könnten. Man bemühe sich jedoch, so schnell wie möglich die Verspätungen abzustellen, die vor allem auf der Rochusstraße sowie zwischen Kennedybrücke und Bertha-von-Suttner-Platz entstünden, räumte Angela Franken ein.

Um Verständnis für die Planer der Stadtwerke baten CDU-Verkehrsexperte Arno Hospes und der Stadtverordnete Wilfried Reischl. Die Einführung eines neuen Buskonzeptes sei ein komplexes Thema und müsse mit den Bedürfnissen aller Bonner Stadtteile koordiniert werden. Am 17. März steht das neue Buskonzept in der Bezirksvertretung auf der Tagesordnung des Planungsausschusses. Dann wollen sich die Ratsmitglieder verstärkt um erste Verbesserungen ab Juni bemühen, kündigte Birgitta Jackel an.

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