Brutale Attacke aus heiterem Himmel

Brutale Attacke aus heiterem Himmel

Das Opfer einer "aus dem Nichts heraus entstandenen Gewalt", so die Staatsanwältin, wurde im August ein junger Mann: In der Straßenbahnlinie 66 wurde der Student auf Höhe der Ollenhauerstraße plötzlich von zwei Männern angegriffen und krankenhausreif geschlagen - und das möglicherweise nur, weil der homosexuelle 21-Jährige auf dem Schoß seines Freundes saß.

Am Freitag musste sich einer der beiden Schläger vor dem Amtsgericht verantworten. Der bislang nicht vorbestrafte 28-Jährige aus Königswinter wurde von Strafrichter André Stollenwerk wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 4500 Euro (150 Tagessätze à 30 Euro) verurteilt.

Die Identität des zweiten Täters hatte nicht ermittelt werden können. Der geständige Angeklagte selbst gab an, den Mittäter erst an jenem 6. August in einer Kneipe kennen gelernt zu haben. Am Abend hatte der 28-Jährige reichlich Wodka-Mixgetränke und Bier getrunken. Zur Tatzeit kurz vor Mitternacht hatte er gut drei Promille.

Einen Grund für die brutale Attacke konnte der 28-Jährige nicht mehr nennen. Sein Bekannter habe plötzlich gerufen: "Komm, los." Da habe er mitgemacht. Der Student wurde von den Männern mehrfach geschlagen und getreten - wie auf der im Prozess vorgespielten Sequenz aus der Überwachungskamera der Straßenbahn gut zu erkennen war.

Der Student berichtete im Zeugenstand, dass es zuvor keinerlei Provokationen gegeben habe. Er habe einen Angriff gar nicht erwartet, da er davon ausgegangen sei, dass die beiden Männer an der nächsten Haltestelle aussteigen wollten. Zunächst habe ihn einer am Arm gezogen. Dann sei es "sehr chaotisch" geworden und er habe nur noch die Schläge und Tritte gespürt. Der 21-Jährige musste wegen Prellungen und einer blutenden Wunde am Auge ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Aufgrund der guten Täterbeschreibung der insgesamt vier Begleiter des Opfers konnten Polizisten den Königswinterer kurz nach der Attacke noch in der Nähe des Tatorts festnehmen.

Mehr von GA BONN