"Jugend forscht": Bonner Schüler belegt ersten Platz

"Jugend forscht" : Bonner Schüler belegt ersten Platz

Dass neue Forschungsergebnisse in der Universität Bonn vorgestellt werden, ist nichts Außergewöhnliches. Dass sie von zumeist Minderjährigen vorgestellt werden schon. Gestern stellten 70 Jugendliche beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" ihre Forschungsprojekte vor. Eine Fachjury wählte aus den 35 Projekten einen Sieger.

"Ich habe hier großartige Ideen gesehen. Es ist beeindruckend, wie stringent die Jugendlichen ihre Projekte verfolgen", sagte Katja Dörner, Bundestagsabgeordnete der Grünen. Ziel des Wettbewerbes ist es nicht nur, die Sieger zu fördern, sondern möglichst viele Jugendliche früh für die Forschung zu begeistern. "Bei uns muss sich keiner dafür schämen, dass er auf Mathematik total abfährt. Hier trifft er Gleichgesinnte", sagt Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand von Jugend forscht.

Die Universität Bonn ist die einzige Hochschule in Nordrhein Westfalen, die mit "Jugend forscht" zusammen arbeitet. Unterstützt und finanziert wird der Nachwuchswettbewerb von Haribo und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Es ist auch das erste Mal, dass der Wettbewerb an der Bonner Uni stattfindet. "Dieses forschende Lernen ist vorbildlich und eine sehr gute Vorbereitung für die wissenschaftliche Arbeit an einer Universität", erklärte Rektor Jürgen Fohrmann.

Den ersten Platz belegte der Bonner Matthias Bernard (17) vom Heinrich-Hertz-Europakolleg. Er hat einen Geigerzähler und einen Siliziumdetektor gebaut. Doch auch andere Schüler aus Bonn und der Region konnten die Jury mit ihren Ideen überzeugen.

  • Schnecken bedrohen die Ernten in Afrika. Was kann man dagegen tun? Diese Frage stellten sich Jonas Hösl (14) und Pascal Leder (14) vom Städtischen Anno-Gymnasium in Siegburg. Sie fanden heraus, dass die afrikanischen Schnecken sich Kaffeepulver nicht mehr als 15 Zentimeter nähern - und entwickelten das Projekt: Mit Kaffee gegen Schnecken - Entwicklung eines umweltfreundlichen Pflanzenschutzmittels. Damit errangen sie einen ersten Platz in der Juniorsparte "Schüler experimentieren" und bekamen den Sonderpreis Umwelt
  • So manche Eltern hätten bestimmt gerne den Windel-Wechsel-Alarm. Sobald ein Säugling in der Windel uriniert, wird ein Alarm ausgelöst. Ein Sensor in der Pampers reagiert auf Feuchtigkeit. So kann verhindert werden, dass die Kinder Hautreizungen bekommen. Die Eltern können mit Hilfe des Alarm-Systems sofort die Windeln wechseln. Entwickelt haben es Theresa Bonnen (17), Fatma Soyguder (17) und Paula Schwarzenberg (16) aus Siegburg. Auf die Idee sind die drei gekommen, als Verwandte von Paula über die Hautreizungen ihrer Kinder klagten.
  • Einen absolut zuverlässigen Test für Herzinfarkte haben die beiden Geschwister Adrian (19) und Chiara Labeit (15) entwickelt. Die gängigen Tests sind nicht ganz genau, es können sich schnell Fehler einschmuggeln. Die beiden haben Antikörper entwickelt, die zu Aminosäuren passen und nur dann im Blut zu finden sind, wenn ein Herzinfarkt vorliegt. Mit dieser Methode kann ziemlich genau bestimmt werden, wann ein Infarkt eingetreten ist. Der Test kann auch, anders als die gängigen, Infarkte noch nach zwei Wochen nachweisen.

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