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1,2 Tonnen Haschisch: Bonner Drogenbande wird der Prozess gemacht

1,2 Tonnen Haschisch : Bonner Drogenbande wird der Prozess gemacht

Mitglieder einer international agierenden Drogenbande sollen die drei Männer gewesen sein, die sich seit Montag vor dem Landgericht verantworten müssen. Die Angeklagten aus Bonn im Alter zwischen 35 und 50 Jahren sollen versucht haben, insgesamt mehr als 1,2 Tonnen Haschisch - Straßenverkaufswert mindestens fünf Millionen Euro - aus Marokko nach Europa zu schmuggeln.

Laut Staatsanwaltschaft war der 35 Jahre alte Hauptangeklagte bereits Anfang 2007 bei der offenbar hauptsächlich aus Belgien und den Niederlanden agierenden Bande eingestiegen. In der Folgezeit soll er für das Anwerben und die Auswahl von Kurierfahrern sowie für die Beschaffung und Präparierung der Tatfahrzeuge zuständig gewesen sein.

Die beiden Mitangeklagten waren anscheinend zwei solche Kurierfahrer. Zwischen August 2008 und August 2009 soll es zu insgesamt vier Fahrten gekommen sein: In Marokko soll der 35-Jährige in einem Kleintransporter mit eingebautem doppelten Boden 90 Kilogramm Haschisch versteckt haben.

Mit dem zuvor in Bonn auf seinen Namen zugelassenen Wagen soll der 50 Jahre alte Kurier dann mitsamt seiner Familie nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in Marokko die Rückreise angetreten haben. Den Kleintransporter soll er schließlich im niederländischen Utrecht an Hintermänner übergeben und 100.000 Euro in bar erhalten haben.

Bei der kurz darauf erfolgten zweiten Fahrt war der 50-Jährige jedoch bei der Ausreise aus Marokko vom Zoll festgenommen worden: In dem Fahrzeug hatten die Fahnder 280 Kilogramm Haschisch gefunden. Die Folge für den Kurier: Er wurde in Marokko verurteilt und nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen.

Dem zweiten Kurierfahrer erging es ähnlich: Auch der 36-Jährige absolvierte 2008 eine erfolgreiche Schmuggelfahrt, bei der 80 Kilogramm Haschisch in Rotterdam an die Hintermänner übergeben worden sein sollen. Im August 2009 klickten allerdings im spanischen Almeria die Handschellen: Bei einer Polizeikontrolle wurde das Fahrzeug gestoppt und die versteckten 765 Kilogramm Haschisch wurden beschlagnahmt.

Daraufhin wurde der Bonner in Spanien zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Kurz nach der Entlassung im Frühjahr 2012 und der Rückreise nach Bonn musste er aber im Mai erneut ins Gefängnis: Alle drei Angeklagten wurden hier in Untersuchungshaft genommen.

Während dieser Zeit soll der bislang schweigende Hauptangeklagte von den beiden Kurieren schwer belastet worden sein. Am ersten Verhandlungstag wurde nun von allen Verteidigern angekündigt, dass ihre Mandanten Geständnisse ablegen wollen.