Beueler Kommunalpolitik: Zwei Polit-Dinos treten ab

Beueler Kommunalpolitik : Zwei Polit-Dinos treten ab

Die Beueler Bezirksverordneten Günter Dederichs (CDU) und Dieter Schaper (SPD) kandidieren nicht mehr für die Kommunalwahl 2020. Damit treten zwei Politiker ab, die die Beueler Kommunalpolitik über Jahrzehnte geprägt hat.

63 Jahre Kommunalpolitik für Beuel können die beiden Polit-Dinos zusammen vorweisen. Und weil sie diese Zeit gemeinsam auf den harten Stühlen der Bezirksvertretung Beuel verbracht haben und die meisten Jahre davon sogar als Tischnachbarn, haben sie jetzt entschieden: Wir hören gemeinsam auf. Dass Günter Dederichs (CDU) und Dieter Schaper (SPD) irgendwann mal nicht mehr im Rathaussaal den Ton angeben werden, konnten sich bislang nur wenige Kollegen vorstellen. Doch die Ära neigt sich dem Ende zu, weil beide im nächsten Jahr nicht mehr als Kandidaten bei der Kommunalwahl antreten werden.

„Wir geben unseren Verzicht so früh bekannt, weil unsere Parteien in den Ortsverbänden und Ortsvereinen bereits mit der Kandidatenkür für 2020 begonnen haben. Und unsere Parteikollegen sollen und müssen frühzeitig erfahren, dass wir aus Alters- und Berufsgründen nicht mehr zur Verfügung stehen“, erklärten Dederichs und Schaper übereinstimmend in einem Gespräch mit dem GA.

Günter Dederichs, der im Kommunalwahljahr 75 Jahre alt wird, fiel die Entscheidung leichter: „Es gab genug Menschen, die versucht haben, mich noch mal zu überreden, aber ich bin ehrlich: Ich merke, dass ich die Lust verliere. Deshalb mache ich den Weg für Jüngere frei. Und das ist auch gut so.“ Eigentlich wollte er schon 2014 nicht mehr antreten. Dederichs sitzt seit 1984 ununterbrochen in der Bezirksvertretung, seit 28 Jahren als CDU-Fraktionschef.

Zu Dritt ist das Gehen leichter

Dieter Schaper hingegen hat lange mit sich gerungen: „Ich habe in jungen Jahren mit der Politik begonnen und habe dafür viel Freizeit geopfert – was ich allerdings immer gerne gemacht habe. Aber jetzt ist genug. Ich will mich auf Beruf und Familie konzentrieren.“ Der 55-Jährige nennt noch einen weiteren Grund: „Die Zusammenarbeit mit Günter Dederichs und Ralf Laubenthal war gut und hat Spaß gemacht. Da beide aufhören, ist die Entscheidung mir leichter gefallen.“ Laubenthal, SPD-Bezirksverordneter aus Oberkassel und stellvertretender Bezirksbürgermeister von Beuel, hat gegenüber dem GA ebenfalls seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik 2020 bestätigt (siehe Kasten).

Sowohl Schaper als auch Dederichs betrachten die Lösung der Verkehrsprobleme und die Schaffung von neuem Wohnraum als die vordringlichsten Aufgaben in den nächsten Jahren. „Als wir in der Politik begonnen haben, wurde bereits über die Planung für die Autobahnanschlussstelle an der Maarstraße diskutiert.

Wenn wir nächstes Jahr aufhören, sind wir bei dem Thema immer noch nicht viel weiter“, sagen beide. Überhaupt: Die Umsetzung von politischen Beschlüssen durch die Stadtverwaltung dauert ihrer Meinung nach viel zu lange. „Bürger erwarten von Politik und Verwaltung zu Recht schnelles Handeln. Allerdings beim Thema Maarstraße sind Bund und Land die Verzögerer“, sagte Schaper.

Neuer Vorstand im SPD-Ortsverein schon gewählt

Der SPD-Ortsverein Küdinghoven-Ramersdorf-Oberkassel hat bereits seine Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 nominiert und einen neuen Vorstand gewählt. Für den Stadtrat wird erneut Fenja Wittneven-Welter für den Wahlkreis 36 ins Rennen gehen. Die 49-Jährige ist seit 2014 Stadtverordnete und seit Anfang 2019 auch Geschäftsführerin der SPD-Ratsfraktion. Sie lebt mit ihrer Familie in Ramersdorf.

Für die Bezirksvertretung Beuel hat der Ortsverein seine stellvertretende Vorsitzende Gabriele Petersen nominiert. Die Apothekerin ist bereits Mitglied im Sozialausschuss und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Küdinghoven. Vorsitzender des Ortsvereins bleibt Hans-Peter Bürkner, als Stellvertreter wurden Thomas Herrmann und Gabriele Petersen in ihren Ämtern bestätigt. Kassiererin ist Barbara Eichenauer, Schriftführer Ulrich Hürter. Zu Beisitzern des Vorstands wurden gewählt: Rolf Claus, Bettina Nöthe, Wulf Muth, Sven Borsche, Claudia Sander-Hürter und Fenja Wittneven-Welter.

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