Fünf Bürgervereine auf engstem Raum: Zusammenlegung der Bürgervereine Beuel im Gespräch

Fünf Bürgervereine auf engstem Raum : Zusammenlegung der Bürgervereine Beuel im Gespräch

In Holzlar und Hoholz kümmern sich nicht weniger als fünf Bürgervereine um die Belange der Nachbarschaft. Jetzt ist auf lange Sicht eine Zusammenlegung im Gespräch.

Aus der Luft betrachtet wirkt der Bonner Osten mit den Ortsteilen Holzlar und Hoholz ziemlich homogen. Die Bebauung besteht – abgesehen von den Firmenarealen der beiden Unternehmen Kautex Textron und Kautex Maschinenbau sowie einigen umgebenden größeren Wohnanlagen – vorwiegend aus Einfamilienhäusern. Dennoch setzen sich nicht weniger als fünf Bürgervereine für die Belange der gut 10.000 Einwohner der beiden Ortsteile mit zusammen gerade einmal etwas mehr als drei Quadratkilometern Fläche ein.

Die Grenzen zwischen den früheren Dörfern Holzlar, Kohlkaul, Roleber, Gielgen und dem als Neubaugebiet in der Nachkriegszeit entstandenen Heidebergen sind im Straßenbild heute kaum mehr nachvollziehbar, in den Vereinsstrukturen haben sie aber Bestand. Das im Bereich der Bürgervereine zu ändern, hat sich Georg Fenninger vorgenommen: Der CDU-Stadtrat und Vorsitzende des Bürgervereins Kohlkaul will Synergieeffekte nutzen, um die Belange der Ortsteile im Bonner Osten besser vertreten zu können: „Nehmen wir mal zum Beispiel die Kooperation im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der rechtsrheinischen Bürgervereine: Es ist doch niemandem zu vermitteln, dass wir da mit fünf Vereinen auflaufen, von denen jeder gerade mal für ein- bis zweitausend Bürger steht“, findet er. Die Kollegen aus den Liküra-Orten oder Oberkassel hätten dort ein ganz anderes Standing, weil sie jeweils für fast so viele Bürger sprächen, wie alle fünf Holzlarer und Hoholzer Vereine zusammen.

Fenninger zeigt sich zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit in den kommenden fünf bis zehn Jahren immer intensiver werden könnte, und glaubt, dass es am Ende der Entwicklung zu einer Fusion kommt. Alleine die sinkenden Mitgliederzahlen und die zunehmende Überalterung der Vereine mache das mehr oder weniger zwingend.

Gemeinsame Vorträge

Das sehen allerdings nicht alle seine Kollegen so. Ganz besonderen Wert auf seine Eigenständigkeit legt man trotz der auch hier kaum erkennbaren Grenze in Hoholz. Man lebe in einem eigenen Ortsteil und habe daher mit Holzlar eigentlich nichts zu tun, so der Chef des Bürgervereins, Wolf Lenze, in dessen Verein zumindest auf dem Papier immerhin rund die Hälfte der circa 700 Hoholzer organisiert sind. Dennoch sei man in der Arbeitsgemeinschaft der Holzlarer und Hoholzer Vereine aktiv, wo man einen lebhaften Meinungsaustausch mit den benachbarten Bürgervereinen pflege.

Diese Arbeitsgemeinschaft soll denn auch die Keimzelle einer vertieften Kooperation sein. Eine Kooperation, die sich allerdings derzeit darin erschöpft, das man die wenig nachgefragten Ausflüge für die meist älteren Mitglieder gemeinsam organisiert, um „den Bus vollzubekommen“, wie es Jens Töpert vom Bürgerverein Roleber-Gielgen formuliert. In Bezug auf die kommende Umgestaltung des Geländes der Landwirtschaftskammer kooperiere man seitens Roleber-Gielgen aber sehr sehr eng mit dem Bürgerverein Hoholz. So habe er das Thema mit dessen Vorsitzendem besprochen, und das klappe auch gut. „Hier gibt es regelmäßigen Austausch“, so Töpert. Bereits vor zwei Jahren habe man beispielsweise auch eine gemeinsame Bürgerversammlung zu dem Thema veranstaltet.

Genau wie sein Kollege Karl-Heinz Post vom Bürgerverein Heidebergen kann er sich gemeinsame Vorträge zu den Themen Einbruchschutz, Versicherungen oder gesunde Ernährung vorstellen. Auch die raren Dorfgaststätten bespiele man gemeinsam, um den wichtigen Treffpunkten das Überleben zu ermöglichen. Ein kompletter Zusammenschluss sei aber schon wegen der unterschiedlichen rechtlichen Hintergründe schwierig, meint Post: Die Vereine aus Heidebergen und Holzlar zum Beispiel seien gemeinnützig, Kohlkaul hingegen nicht.

Grundsätzlich sei er aber offen für eine vertiefte Zusammenarbeit. Auch einen Zusammenschluss hält er mittelfristig für nicht ausgeschlossen, um den Nachwuchssorgen zu begegnen. Ein Kind der Ost-Beueler Kooperation ist das im vergangenen Jahr erfolgreich wiederbelebte Familiensommerfest auf der Holzlarer Kirchwiese. Das hat sich so gut entwickelt, dass sogar die Hoholzer erwägen, beim nächsten Mal dabei zu sein.

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