Sport im Park: Zumba unter grünen Platanen in Beuel

Sport im Park : Zumba unter grünen Platanen in Beuel

Nur noch diese Woche, dann gehen mehr als vier Monate „Sport im Park“ zu Ende. Und für viele sind die Erinnerungen daran auch Momentaufnahmen des Sommers.

Als zum Beispiel mindestens hundert Menschen in der untergehenden Sonne unter dem dichten Blätterdach der alten Platanen am Rheinufer tanzten. Aus einer Box tönten lateinamerikanische Rhythmen. Das Bild war so ungewöhnlich, dass Spaziergänger und Radfahrer stehen blieben. „Rudeltanzen“, erklärte einer. Japanische Touristen filmten. Für manche war es wie Kino. Sie kamen regelmäßig und brachten Klappstühle mit, wie etwa Sigrun und Willi Wunder aus Impekoven. „Wir sind mit dem Alter ein wenig hüftsteif geworden und können deswegen nur noch zuschauen“, bedauerten sie.

Seit Ende April gibt es an der Rheinaustraße/Ecke Ernst-Moritz-Arndt-Straße fünf Tage die Woche immer von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr, ein Sportangebot. Und soweit sich der Geschäftsführer des Stadtsportbunds, Bernd Seibert, erinnern kann, ist es noch nie ausgefallen. Auch in Bad Godesberg, in Bonn und in Duisdorf nicht. "Das ist Teil des Konzepts von Sport im Park. Die Übungsleiter sind immer da."

Jeder kann mitmachen

Der Stadtsportbund ist der Organisator und hat in den Stadtbezirken Projektpartner verpflichtet. In Beuel sind es die Schwimm- und Sportfreunde (SSF). Und Seibert freut sich, das bei allen Angeboten von Yoga bis Copoeira mehr Teilnehmer mitmachen, als in eine Halle passen würden. „Schon der Start des Angebots im vorigen Jahr war ein Erfolg. Diesmal ging es durch die Decke.“ Die Idee ist, möglichst viele – auch sportferne – Menschen zu motivieren, sich zu bewegen. Das Besondere dabei: Es ist draußen und kostenlos.

Initiiert hat Sport im Park der Landessportbund, „ausgehend von der Vorstellung, die Möglichkeiten sportlicher Aktivität im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar zu machen“, erläutert Seibert. So wie Jogger oder Walker längst ins Stadtbild gehören. „Ein Park muss nicht nur der Ruhe und Erholung dienen.“ Dienstags steht am Beueler Rheinufer Zumba auf dem Programm. Zumba kombiniert Aerobic mit lateinamerikanischen und internationalen Tänzen.Trainerin Jenny Hiller (24) erwartet die Teilnehmer bereits. Wo im Frühjahr noch Rasen war, liegt auf einer großen, kreisrunden Fläche die Erde blank, plattgetreten von den vielen Sporttreibenden.

Männer haben Probleme mit dem Hüftschwung

Hiller steht als „Vorturnerin“ etwas erhöht auf dem schmalen Wall zur Rheinaustraße. Geschätzt 97 Frauen und genau drei Männer haben sich eingefunden. „Um die hundert sind es eigentlich meistens“, sagt Hiller. Es gibt kein großes Hallo. Man könnte eher den Eindruck haben, keiner will auch nur eine Minute des Trainings verpassen. Nach dem lockeren Aufwärmen folgt Phase zwei: Die Bewegungen werden schneller, unterstützt vom einpeitschenden Rhythmus der Musik. Der kreisende Hüftschwung ist ein Hauptelement. Da schneiden die Männer nicht ganz so gut ab, aber das ist nicht wichtig.

Die Trainerin macht kurze Ansagen für die nächste Übung. Jetzt rinnt der Schweiß sichtbar. Kurze Pause, dann weiter – und weiter. Durchhalten. Puterrot ist die vorherrschende Gesichtsfarbe. Sogar einige Zuschauer haben ihre abwertende Haltung aufgegeben und machen mit. Phase drei: abkühlen und dehnen zu einem langsamen, gefühlvollen Liebeslied.

Die Trainingseinheit ist zu Ende. Wie ein Funke ist der Spaß an der Bewegung an diesem schönen Sommerabend wieder auf die Teilnehmer übergesprungen. Zum Schluss applaudieren alle, auch die Zaungäste. Die Sportstunde in der schönen Rheinaue ist zu einem Gemeinschaftserlebnis geworden, das mit einem Gruppenfoto dokumentiert wird.

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