Bonner Mathematikzentrum: Zahlenspiele und Geometrie im Kopf

Bonner Mathematikzentrum : Zahlenspiele und Geometrie im Kopf

Ganz vertieft und konzentriert suchen sich die Mädchen und Jungen kleine Holzklötze mit Löchern an verschiedenen Seiten aus einem Sack und stapeln sie in einem Gestell aufeinander.

Dann stecken sie eine Kugel in das oberste Loch und wenn sie unten wieder herauskommt, dann strahlen sie über das ganze Gesicht - alles richtig gemacht. "Dabei geht mir das Herz auf. Wenn alle Kinder Erfolg haben und etwas dazulernen, bestätigt mich das in meiner Arbeit", sagt Britta Hussong.

Die Schüler freuen sich, lachen und haben Spaß. Was sie da machen? Sie lernen Mathe, genauer gesagt Geometrie im Kopf. "In der Mathematik muss sich etwas tun. Es gibt immer nur Fortbildungen für Lehrer und verschiedene Schülerprojekte mit den ?üblichen Verdächtigen?. Aber eine Verzahnung mit dem Schulalltag findet nicht immer statt", beobachtete die Lehrerin vor rund fünf Jahren und hatte eine Idee.

Seit zwei Jahren ist diese nun mit Unterstützung der Deutschen Telekom Stiftung in Vilich Realität. 2013 öffnete das "Mathematikzentrum für Schulen in Bonn" (MathZe) in der Adelheidisstraße 56. Das MathZe ist ein außerschulischer Lernort der Stadt Bonn, der Lust auf Mathe machen sowie mathematisches Grundwissen und eine positive Einstellung gegenüber der Mathematik fördern soll. "Denn Mathematik kann auch sehr spannend unterrichtet und gelernt werden", sagt die Erfinderin des Zentrums für Lehrende und Lernende.

Im MathZe gibt es drei Schwerpunktthemen: Geometrie im Kopf, Stochastik, also Wahrscheinlichkeitsrechnung, und Maßstäbe. "Diese Lehrplanthemen sind schwierig und da nicht alle Grundschullehrer Mathe studiert haben, erhalten sie hier eine großartige Unterstützung", lobt Claudia Brall, Schulrätin des Schulamtes Bonn bei ihrem Besuch.

Rund 250 Lehrer haben die Fortbildung seit 2013 bereits absolviert und mehr als 3500 Grundschulkinder haben Mathematik als spannendes Unterrichtsfach erlebt. "Die Kinder und Lehrer bekommen einen anderen Bezug zur Mathematik durch spannende Erlebnisse mit Alltagsbezug. Ich werde das Projekt weiter stärken und fördern", erklärt Brall.

Ganz begeistert ist die neunjährige Paula: "Das Experiment mit den Murmelbahnen war echt lustig und es war toll, dass wir das alles selbst ausprobieren durften." Ihr gefalle Mathe als Schulfach gut, "aber so ist das Lernen noch ein bisschen spannender als in der Schule", sagt das Mädchen aus Limperich. "Mir gefällt am besten, dass ich alles ausprobieren kann und wie wir es zusammen schaffen, die Aufgaben zu lösen", erklärt Sandro aus Beuel. "Wir mussten verschiedene Sachen in einen Koffer packen. Dazu mussten wir uns erst eine Reihenfolge überlegen und sie dem Partner diktieren. Manchmal ging der Plan direkt auf und manchmal mussten wir eine anderen Lösung finden", sagt der Achtjährige.

"So wird Geometrie ganz anders aufbereitet, das macht allen Spaß. Wir sind als Josefschule zum zweiten Mal dabei und werden auf jeden Fall versuchen, nächstes Jahr wiederzukommen", sagt Lehrerin Monika Wippermann. "Ich nehme ganz viel mit für den Unterricht. Das Material, das wir bekommen haben und die Fortbildung bieten ein schönes Gesamtpaket", lobt die Lehrerin.

Weitere Informationen über das Mathe und das Fortbildungsprogramm gibt es im Internet auf www.mathze.com

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