Senioren-Ehepaar traute seinen Augen nicht: Wildschweine pflügen Garten um

Senioren-Ehepaar traute seinen Augen nicht : Wildschweine pflügen Garten um

Hedwig und Matthias Jacobs haben hinter ihrem Haus ein kleines Paradies. Denn ihr Grundstück endet am Mühlenbach und es liegt am Waldrand. Ihr großer Garten, saftig grün, geht von der Terrasse bis zu den Bäumen, die noch vor dem Bach stehen. Den Bach sieht man nur im Winter, man hört ihn ganzjährig plätschern. Das ist nicht nur für die beiden Senioren - Matthias ist 90, Hedwig ist 88 Jahre alt - ein schöner Anblick, das ist auch für die Tierwelt ein kleines Paradies.

Oft kommen die Rehe bis in den Garten, manchmal sogar auf die Terrasse. Dabei ernähren sie sich genüsslich von dem, was der große Garten an frischen Zweigen oder Blüten bietet. "Einmal", so Matthias Jacobs, "ich schaute gerade die Sportschau, da blickte ein Reh interessiert durch die Terrassentür auf den Fernseher."

Doch jetzt hatten sie Besuch von Gästen, die sich nicht benehmen konnten: von Wildschweinen. Denn diese ungebetenen Gäste suchten, so wie es Wildschweine eben tun, mit ihrer Schnauze im Boden nach schweinischen Leckereien. Zum Suhlen war es wohl nicht feucht genug, trotz des vorangegangenen Regens. Aber unter der Grasnarbe mal nachprüfen, was da so angeboten wird, das wollten sie sich nicht entgegen lassen. "Wildschweine kommen hier ab und zu an den Bach", so Hedwig Jacobs, "aber den Garten haben sie so noch nie umgepflügt." Erst als sie morgens die Rollläden zur Terrasse hochzogen, sahen sie die Bescherung. Gehört hatten sie zuvor nichts.

Nachbarn haben ihnen empfohlen, einen stabilen Zaun bauen zu lassen. Doch wer grenzt sein Grundstück am Bach schon mit einem Zaun ein? Ihr Problem ist nicht so sehr der Anblick, ihr Problem ist leider ihr Alter zusammen mit einigen Gebrechen, die das Alter eben so mit sich bringt. Matthias, übrigens der älteste Einwohner Holzlars, hat ein neues Knie, Hedwig zwei neue Hüften. Da können sie den Garten nicht mehr selber auf Vordermann bringen. Ihre Hoffnung liegt beim Förster, der vielleicht einen Waldarbeiter für ein paar Stunden abstellen könnte, um die gröbsten Dellen im Boden zu beseitigen. Erwünscht sind aber auch alle anderen Arten von Hilfe, dass der Boden wieder einigermaßen eben wird und das Gras die Möglichkeit hat, sich wieder auszubreiten.

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