Am Beueler Bahnhof: Wieder Atomtransport gesichtet

Am Beueler Bahnhof : Wieder Atomtransport gesichtet

Ein Güterzug mit radioaktivem Material hat den Beueler Bahnhof passiert. Atomkraftgegner kritisieren mangelnde Information.

Ein Güterzug mit radioaktivem Material hat gestern am frühen Morgen Beuel passiert. Nach Angaben der Initiative "AntiAtomBonn" (AAB) fuhr der Zug mit neun Containern um 6.15 Uhr auf dem Weg von Köln in Richtung Koblenz durch den Beueler Bahnhof. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) bestätigte gestern indirekt, dass es einen Transport gegeben hat. Laut den Atomkraftgegnern ist es bereits der fünfte derartige Transport innerhalb weniger Wochen, der über Bonner Stadtgebiet gefahren ist.

Auf einem Foto der Bonner Aktivisten, die sich für den endgültigen Atomausstieg einsetzen, ist zu erkennen, dass die Container gelbe Gefahrgutzeichen mit der Klasse "7" für radioaktive Stoffe tragen, außerdem die Kennzeichnung "UN 2912", die für Uranoxid steht. Laut AAB handelt es sich um Uranerzkonzentrat aus Kasachstan oder Usbekistan, das über den Hamburger Hafen zur Weiterverarbeitung in das südfranzösische Narbonne transportiert wird. Deutschland fungiere nur als Transitland, sagte Herbert Hoting von AAB. Ein Netzwerk aus Anti-Atomkraft-Aktivisten beobachte die Container regelmäßig und schon seit der Verschiffung. So sei es den Bonner Mitgliedern auch gelungen, ein Foto von der Durchfahrt zu machen.

Während das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für die Genehmigung von Transporten von Kernbrennstoffen und Großquellen zuständig ist, genehmigt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die Beförderung von sonstigen radioaktiven Stoffen im Schienenverkehr. Das sind zum Beispiel Abfälle aus kerntechnischen Anlagen (Metallteile, Kanthölzer, Handschuhe) oder Vorprodukte für die Kernbrennstoffherstellung. Laut EBA-Jahresbericht gab es 2013 bundesweit 132 solcher Transporte mit insgesamt 352 Wagen. Die Genehmigung gilt in der Regel für drei Jahre.

Der Genehmigungsinhaber müsse die jeweils konkret anstehenden Beförderungen kurzfristig beim EBA, den Sicherheitsbehörden und dem Beförderer anmelden, heißt es bei der Pressestelle. So sei auch das Prozedere für den gestrigen Transport gewesen. Weitere Informationen zur Ladung des gestrigen Transports und zur Route wollte die Pressestelle nicht nennen. Aus Sicherheitsgründen erteile die Behörde zu den Transportrouten keine Auskünfte, um Störungen durch Einwirkungen Dritter vorzubeugen. Dass weder die Bevölkerung noch der örtliche Katastrophenschutz über die Transporte radioaktiven Materials informiert wird, kritisiert AAB.