Bilanz zu Pützchens Markt: Wetter verhindert Besucherrekord

Bilanz zu Pützchens Markt : Wetter verhindert Besucherrekord

Das Wetter bescheiden, die Stimmung gut. So lässt sich die Bilanz aller an Pützchens Markt beteiligten Behörden kurz zusammenfassen. Doch die Besucherzahl drückt am Schuh.

"Wir sind knapp unter der Millionengrenze geblieben", sagte Marktamtschef Günter Dick im Hinblick auf die Besucherzahlen. Die Stadt Bonn geht konkret von rund 950.000 Gästen aus, also 250.000 weniger als 2012. Damals hatte der Rummel allerdings sechs Tage und damit einen Tag mehr geöffnet.

[kein Linktext vorhanden]Gestiegen ist dagegen die Menge der abgeschleppten Autos. "Der Stadtordnungsdienst hat 62 Mal Fahrzeuge entfernen lassen, die im absoluten Halteverbot standen oder Rettungswege versperrt haben", erklärte Dick. 2012 waren es 49. Weitere 500 Autofahrer hatten mehr "Glück": Bei ihnen blieb es bei Knöllchen. "Trotzdem werden wir Ursachenforschung betreiben, warum die Zahlen so hoch sind", kündigte der Marktleiter an. Das neue Toilettenkonzept ist für die Verwaltung aufgegangen.

"Die Dixi-Klos samt Urinalen sind gut angenommen worden", stellte Dick fest. "Trotzdem musste der Streifendienst 28 Anzeigen wegen Urinierens in der Öffentlichkeit schreiben." Acht "Wildpinkler" hätten ihre Strafe von 35 Euro direkt bezahlt, die 20 anderen weigerten sich und erhalten nun Post mit einem Bußgeldverfahren.

Als "schönes, harmonisches Pützchen" bezeichnete Bert Kluth die fünf Tage aus polizeilicher Sicht. Trotzdem hätten seine Leute gut zu tun gehabt, sagte der Erste Polizeihauptkommissar, bei dem wegen seines nahen Ruhestandes zum letzten Mal die Einsatzleitung lag. "Es gab fünf Diebstähle, zehn Taschen- und sieben Raddiebstähle sowie 16 Körperverletzungen." Das sei alles vergleichbar mit dem Vorjahr. Sechs Mal erwischten Beamten bei Umfeldkontrollen Betrunkene am Steuer.

Eine "ziemlich ruhige Veranstaltung" für Feuerwehr, Rettungs- und Hilfsdienste hat Einsatzleiter Jürgen Eck erlebt. Die drei Löschfahrzeuge seien gar nicht ausgerückt. "50 Personen haben wir ins Krankenhaus gebracht, zehn Mal mussten wir den Notarzt hinzuziehen", erzählte Eck. Ein besonderes Ereignis am Rande: Am Sonntag habe ein Schausteller einen gefundenen Wellensittich abgegeben, den der Gerätewagen ins Tierheim gebracht habe.

"Bonnorange" war mit 27 Mitarbeitern täglich von 4 bis 10 Uhr im Einsatz. "Bislang haben wir 63,5 Tonnen Müll verwogen, bis zum Wochenende werden es wohl 82 sein", so Richard Münz, Chef der Stadtreinigung.

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