Straßenzirkus Upsala: Von lachenden Kindern und roten Bällen

Straßenzirkus Upsala : Von lachenden Kindern und roten Bällen

Wenn rote Gymnastikbälle und Kinder sowie Jugendliche über die Bühne des Jungen Theaters hüpfen und ein riesiges, als Schiff getarntes Trampolin hereingerollt wird, ist wieder Zeit für eine neue Aufführung des russischen Straßenzirkus Upsala.

Trotz Temperaturen über 25 Grad war das Junge Theater voll besetzt. Mit artistischen Kunststücken - angefangen bei sekundenlangen Handständen über mehrfache Salti bis hin zu Flick- Flacks - zogen die zehn Kinder und Jugendlichen des russischen Zirkus die Zuschauer in ihren Bann und erzählten nebenbei die Geschichte vom Neffen, eine Geschichte, in der es darum geht, dass das Leben leichter ist, wenn man einen Menschen an seiner Seite hat, auf den man sich verlassen kann. Ohne Worte, aber mit einem animierten Zeichentrickfilm im Hintergrund, verständigten sich die kleinen Artisten auf liebevolle Weise mit dem Publikum.

Die Protagonisten des Filmes werden auf der Bühne lebendig und reisen zu verschiedenen Jahreszeiten in unterschiedliche Ecken der Welt. So fängt die Geschichte in einem der St. Petersburger Höfe im Winter an. Im Frühling reisen die beiden Helden in ein Jazz-Café nach New York. In der nächtlichen Dunkelheit fliegen sie über die Stadt und landen im Sommer an einem Hafen. Am Ende der Vorstellung gab es Standing Ovations für die zehn Kinder und Jugendlichen.

Der Zirkus Upsala ist ein Projekt, das in St. Petersburg Kindern und Jugendlichen aus sozialen Risikogruppen mit den Methoden der Zirkuspädagogik eine Alternative zur Straße aufzeigt und sie in die Gesellschaft integriert. Als einzige Organisation dieser Art in Russland verknüpft der Zirkus professionelle Zirkus- und Theaterkunst direkt mit Sozialarbeit. Indem Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen täglich im Zirkus trainieren und sich Zirkusaufführungen anschauen, lernen sie, die verschiedensten Herausforderungen anzunehmen.

Der Zirkus lässt die Kinder ihre individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten entdecken, macht sie stark und motiviert zu aktiver Gestaltung ihres Leben in der Gesellschaft. Ermöglicht wurde die Vorstellung durch den Verein für Gefährdetenhilfe Bonn.