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Surreale Traumwelten: Vogue zeigt Bilder von Fotografin aus Bonn

Surreale Traumwelten : Vogue zeigt Bilder von Fotografin aus Bonn

Das italienische Modemagazin Vogue zeigt Fotos der Bonner Fotografin Samira Lohmann. Die Aufnahmen zeigen inszenierte Szenen und vermitteln so eine surreale Traumwelt.

Wer die Bilder auf ihrer Webseite sieht, der könnte glauben, den Auftritt einer großen internationalen Fotoagentur vor sich zu haben. Fotografin Samira Lohmann lässt mit inszenierten Szenen eine surreale Traumwelt entstehen. Und tatsächlich befanden die Macher der italienischen Vogue Samira Lohmanns Arbeiten für würdig, von dem renommierten Magazin online veröffentlicht zu werden.

Dabei geht die sympathische Frau aus dem Beueler Ortsteil Pützchen eigentlich nur ihrem Hobby nach: „Das ist zwar meine Leidenschaft, aber meinen Lebensunterhalt bestreite ich mit einem ganz normalen Job“, erzählt sie lachend beim Ortstermin in ihrer Dachgeschosswohnung im Herzen von Pützchen.

Dass Lohman selbst einmal gemodelt hat, merkt man schon, wenn sie einem die Türe öffnet: Ihre Bewegungen scheinen wie selbstverständlich einer unsichtbaren Choreographie zu folgen. Von 2006 bis 2012 stand die Tochter eines Palästinensers und einer Deutschen selbst vor der Kamera, zuvor hatte es die abenteuer- und reiselustige Frau in die weite Welt gezogen.

Lohmann wechselte die Kameraposition

Im Jahre 2012 kam dann der Wechsel von der Position vor der Kameralinse hinter den Sucher: „Ich hatte so viele Ideen, die ich unbedingt selbst fotografisch umsetzen wollte“, erklärt sie. Und in der Tat: An Ideen scheint es ihr nicht zu mangeln, die Bilderwelten, die die lebenslustige Frau dem Betrachter eröffnet haben es in sich: Manche Motive erinnern an impressionistische Gemälde, manche visualisieren düstere Märchenszenen und wieder andere wirken wie die quietschebunten Arbeiten von japanischen Manga-Zeichnern.

Eines aber haben alle ihre Arbeiten gemeinsam: Sie sind immer bis ins letzte Detail inszeniert, hoch ästhetisch und hinterlassen das unbestimmte Gefühl, dass einem die Szenerie zugleich vertraut und fremd erscheint.

Ihr Steckenpferd ist die inszenierte Modelfotografie, aber auch Ausflüge in die Landschafts- und Aktfotografie sind ihr nicht fremd. „Ich versuche eine gesunde, heile Bilderwelt zu erschaffen, deren Fokus auf Reinheit, Sinnlichkeit und Ästhetik liegt“, kommentiert Samira Lohmann ihre Arbeit. Eine Aussage, die jedoch keinesfalls als Statement für eine Flucht aus der Realität verstanden werden sollte: Vielmehr will sie die Menschen dazu „verführen“, sich mehr mit der Schönheit und weniger mit Konflikten oder Gewalt zu befassen.

„Wir alle sollten den Blick auf schöne Dinge richten, denn nur so können wir die Welt auf eine positive Weise verändern“, glaubt Samira Lohmann. In vielen alten Kulturen, in Märchen, Mythen und sogar in der Bibel fänden sich Hinweise darauf, dass aus positiven Gedanken positive Ereignisse entstünden. Um ihre Sicht zu untermauern, bemüht sie gar Mutter Teresa: „Das, womit wir uns beschäftigen, wird sich mehren“, habe die berühmte albanische Nonne gesagt.

Künstlerin arbeitet überwiegend mit Frauen

Lohmann arbeitet überwiegend mit weiblichen Models jedes Alters zusammen; Männer sind in ihren Arbeiten die absolute Ausnahmen. Kategorisch sieht die Künstlerin aber auch das nicht: Frauen passten nur einfach meistens besser in die Szenerien, die sie sich ausgedacht habe. Und in diesen Szenerien kommt eine Vielzahl an Kostümen und Requisiten zum Einsatz.

Als Kulisse dienen opulent gestaltete Räume, riesige Wurzeln, Felsen oder Unterwasserwelten. Die überwiegende Zahl ihrer Arbeiten ist im Studio entstanden, die Freiluftszenen hat sie unter anderem in Tschechien, Marokko, in der Toscana, auf Kreta sowie im Bonner Raum und sogar an einem kleinen Weiher im Beueler Ennertwald realisiert.

Inspirieren lässt sich Lohmann von allem, was sie sieht: Das kann ein schönes Kleid sein, ein Stück Stoff oder ein interessanter Ort. In ihrer Fantasie verwandelt sie dann Menschen, Dinge und Orte zu einer magischen Welt. Und an der lässt sie jeden, der mag, gerne teilhaben.

Wer mehr Fotos von Samira Lohmann sehen möchte, der kann viele weitere Arbeiten im Internet unter www.metamorphis.photos.