Stadt soll Konzept erarbeiten: Vision für Pützchens Marktwiesen gesucht

Stadt soll Konzept erarbeiten : Vision für Pützchens Marktwiesen gesucht

Die Suche nach einer Nutzung für die Marktwiesen in Pützchen geht weiter. Die Politik kommt jetzt dem Bürgerwunsch nach und hat die Stadt beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten.

Dreimal wurde der Bürgerantrag in der Bezirksvertretung vertagt: Beim vierten Anlauf, in der Januar-Sitzung, will die aus CDU, SPD und FDP bestehende Koalition der Bitte nach Gestaltung der Pützchener Marktwiesen zustimmen. „Wir wollen die Verwaltung beauftragen, ein entsprechendes Nutzungskonzept für die Wiesenflächen auszuarbeiten und die Kosten zu ermitteln“, sagte Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) auf Nachfrage.

Die Koalition will das Projekt aus dem Bürgerhaushalt 2018 finanzieren, weil sich die Pützchener im vergangenen Jahr mit diesem Projekt dafür beworben haben. Da die Politik in Absprache mit der Stadtkämmerei das Geld des Bürgerhaushalts 2018 noch nicht verteilt hat, „werden wir versuchen, die Gestaltung der Wiesen aus diesem Geldtopf zu finanzieren“, sagte Déus. Er machte darauf aufmerksam, dass alle Gestaltungselemente für die Marktwiesen so aufgebaut werden müssen, dass sie für die Zeit von Pützchens Markt wieder ohne großen Aufwand abgebaut werden können.

Die Stadt begrüßt jedenfalls den Vorstoß des Pützchener Vereins „Gemeinsames Wohnen im Karmelkloster“. Die organisierte Wohngemeinschaft hat im Sommer 2018 eine Initiative zur Belebung der Marktwiesen gestartet. Ziel des Vorstoßes ist, „einladende Begegnungsräume“ auf dem Gelände zu schaffen, wo geplante und spontane Zusammenkünfte von Bürgern möglich sind. Parallel zur Bewerbung für den Bürgerhaushalt hatten die Pützchener einen Antrag an Bezirksbürgermeister Guido Déus gerichtet.

Auslöser für das bürgerschaftliche Engagement ist die Tatsache, dass auf dem etwa ein Kilometer langen Fußweg zwischen dem ehemaligen Klostergelände und dem Einkaufszentrum keine einzige Sitzmöglichkeit zum Ausruhen vorhanden ist. „Viele von uns erledigen dort ihre Alltagseinkäufe, aber altersbedingt macht uns dieser lange Weg immer mehr zu schaffen“, erklärte seinerzeit Marianne Krücken. Die 94-Jährige benötigt mit ihrem Rollator für den Hinweg etwas mehr als 20 Minuten. Der Rückweg dauert meist länger, da die Seniorin ihre Einkäufe transportieren muss. „Eine Bank zum Ausruhen ist mein Wunsch“, sagte sie. Neben dem Wohnstift gibt es im Ort noch das städtische Albertus-Magnus-Seniorenheim, das Therapiezentrum und natürlich Senioren, die noch in ihren eigenen vier Wänden im Dorf wohnen.

„Für ältere Menschen sind auch kürzere Wege oftmals sehr beschwerlich. Hinzu kommt, dass sie unterwegs kaum eine Chance haben, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, weil Räume für Zusammenkünfte fehlen“, erklärte Renate Engelhard, Vorsitzende des Vereins „Gemeinsames Wohnen im Karmelkloster“, bei einem Ortstermin. Ein weiterer Aspekt kommt nach Ansicht der Senioren noch hinzu: Die Fläche der Marktwiesen werde immer hässlicher – erst recht, seitdem die Stadt Bonn die großen Schotterflächen im Kreuzungsbereich Marktstraße/Friedenstraße angelegt habe. „Die Marktwiesen sollen möglichst alle Altersgruppen nutzen können“, sagt Engelhard und zählt eine Ausstattungsliste auf: Boulebahn, Bücherschrank, Sitzbänke, Behälter für Hundekot-Tüten, Mülleimer, mobile Pflanzkübel und vielleicht sogar einen Bolzplatz für Kinder.

Die Kirchen und der Verband der Ortsvereine unterstützen den Vorstoß der Senioren. Alle hoffen, dass das Anliegen rasch umgesetzt wird. Grund: 2019 gibt es in Pützchen viel zu feiern. Der Verband der Ortsvereine wird 50 Jahre alt, das Therapiezentrum feiert sein 30-jähriges Bestehen, und die NommensenKirche gibt es dann seit 33 Jahren. Am 7. Juli werden diese Ereignisse in Pützchen groß gefeiert.

Die Bezirksvertretung Beuel tagt am Mittwoch, 30. Januar, ab 17 Uhr im Rathaus, Friedrich-Breuer-Straße 65.

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