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Wohnquartier Ledenhof: Viel Lob für die geänderte Planung

Wohnquartier Ledenhof : Viel Lob für die geänderte Planung

Durchweg zufrieden waren am Dienstagabend die mehr als 100 Besucher der städtischen Bürgerversammlung, als sie den Rathaussaal nach zweistündiger Debatte verlassen hatten. Der Investor NCC, der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die Stadt Bonn hatten zuvor die gründlich überarbeitete Planung für den Abriss des Heilpädagogischen Heims (HPH) Ledenhof in Vilich und den dort geplanten Neubau eines inklusiven Wohnquartiers auf dem 3,1 Hektar großen Geländes vorgestellt.

18 Planungsinhalte, die bei der ersten Präsentation im März von den Nachbarn kritisiert worden waren, wurden geändert. "Wir haben die geplante Bebauung aufgelockert, Häuser gedreht, Abstände zu den Nachbarn vergrößert, Sichtachsen verändert und vor allem mehr Parkplätze für Besucher berücksichtigt", erklärte NCC-Projektentwickler Martin Venjakob. Man habe die Anregungen der Vilicher ernst genommen und deren Wünsche so weit wie möglich berücksichtigt. "Die haben sich wirklich bewegt", gab auch Bonns Erster Bürgermeister Reinhard Limbach erstaunt zu.

Die wichtigsten Änderungen: Die Neubauten entlang der Straße Am Ledenhof sind in der aktuellen Planung deutlich von der Altbebauung zurückgewichen (teilweise von vier auf 17 Meter). Ein Grünstreifen im hinteren Bereich des Grundstücks, der teilweise aus Unwissenheit von den Anliegern genutzt wird, soll den Betroffenen verkauft werden, damit sie die Gartennutzung fortsetzen können.

Die geplanten Häuser an der Stiftsstraße sollen auch einige Meter nach hinten versetzt werden, und das südöstliche Eckgebäude soll ein Stockwerk niedriger werden, damit die Sichtbeziehung zur Stiftskirche erhalten bleibt. Die Verkehrsinsel in Höhe der Einfahrt zum Ledenhof wird in Richtung Bushaltestelle verlegt, damit die Bewohner der gegenüberliegenden Bebauung sich besser in den fließenden Verkehr einordnen können.

Außerdem hat die NCC die Besucherparkplätze von 25 auf 50 verdoppelt. Die neuen Pläne werden bis Freitag, 7. November, im Beueler Rathaus und im Stadthaus einzusehen sein. Anregungen zum Entwurf können bei der Stadt eingereicht werden. Sollte der Bebauungsplan alle politischen Hürden zügig nehmen, rechnet die Stadt mit Baurecht für Ende 2015. Dann soll sofort mit dem Abriss begonnen werden.

Das Projekt wird in zwei Bauabschnitten realisiert, damit die 50 behinderten Menschen des HPH dort durchgängig wohnen bleiben können. Mit dem Neubau will die NCC im Frühjahr 2016 beginnen. Man geht von einer Gesamtbauzeit von bis zu vier Jahren aus. Der Kaufvertrag zwischen LVR und NCC soll in Kürze unterschrieben werden.

"Die Grünen nehmen mit Freude zur Kenntnis, wie viele Änderungsvorschläge der Investor aufgenommen hat. Der intensive Dialog aufgrund einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung sorgte beim Investor sicher für einen Mehraufwand an Arbeit, war aber für beide Seiten erfolgreich, weil er wirksame Strukturverbesserungen auf dem Gelände herbeiführt", erklärte Doro Schmitz von den Grünen.

Das Wohnprojekt

So sieht der Wohnungsmix für den neuen Ledenhof aus: Die insgesamt125 Wohneinheiten verteilen sich auf 17 Wohnungen des LVR, 27förderungsfähige Wohnungen, 18 Mehrgenerationen-Wohnungen, 22Eigentumswohnungen, 13 Reihenhäuser, 24 Doppelhaushälften und vierfreistehende Einfamilienhäuser.

Stadt und NCC gehen davon aus, dasskünftig in dem inklusiven Wohnquartier bis zu 340 Menschen lebenwerden. Bislang waren es etwa 100 Personen. Das Investitionsvolumender NCC liegt bei ungefähr 40 Millionen Euro. Das Inklusionskonzeptsieht vor, dass in dem Wohnquartier Ledenhof junge, alte,behinderte und nichtbehinderte Menschen in verschiedenen Wohnformendurchmischt zusammenleben werden.