Müllberge und einsame Menschen in Beuel: Versöhnungskirche thematisiert Umweltkatastrophen

Müllberge und einsame Menschen in Beuel : Versöhnungskirche thematisiert Umweltkatastrophen

Eine Fotoausstellung mit Bildern von Peter R. Kern in der Beueler Versöhnungskirche machen auf Umweltkatastrophen aufmerksam. Wie Kern erzählt, habe ihn nicht erst Greta Thunberg inspiriert.

Überraschungsvernissage für Peter K. Kern am Sonntagvormittag in der Versöhnungskirche. „Wenn ich gewusst hätte, dass meine Ausstellung heute eröffnet, dann hätte ich noch ein paar Menschen eingeladen“, sagte er. Unter dem Titel „Zukunft verantwortungsvoll gestalten“ hängen in der Kirche derzeit zahlreiche großformatige Bilder, die Kern auf Reisen auf der ganzen Welt aufgenommen hat.

Heimische Fabrikhallen und Industrieanlagen, Müllberge und weggeworfene Lebensmittel, Menschen, die auf der Suche sind, und Menschen, die vereinsamt erscheinen – das alles hat Kern beeindruckend in seinen Fotos festgehalten. Besonders aussagekräftig sind zwei Bilder, die nebeneinander hängen. Das eine hat den Titel „Die Welt brennt“ und man sieht die Flammen förmlich aus dem Bild schlagen, und dann das andere Bild aus der Wüste von Namibia mit verkohlten Bäumen.

Kern hatte Pfarrer Melchior einen Prospekt seiner Bilder zur Verfügung gestellt. Und im Rahmen dessen, dass die Welt momentan durch Greta Thunberg und die Demonstrationen von jungen Menschen so aufgerüttelt werde, beschloss der Pfarrer, das Thema auch in den Mittelpunkt eines Gottesdienstes zu stellen. „Vergib uns die Zerstörung der Umwelt“, hieß es am Sonntag in den Fürbitten. Und in seiner Predigt wünschte Melchior den Jugendlichen „wegweisende Träume“, den Erwachsenen „aufrüttelnde Träume.“

Wie Kern erzählt, habe ihn nicht erst Greta Thunberg inspiriert. Er beobachte seit vielen Jahren, was sich auf der Welt verändere. „Ich war beruflich in China, als sich der Markt gerade öffnete. Da sah ich Millionen von Fahrradfahrern“, erzählt er. „Doch als ich das letzte Mal in China war, beobachtete ich Millionen von Autos, die ihre Abgase in die Luft bliesen.“ Er bezweifele, dass sich China dieser Umweltkatastrophe bewusst sei. Überall auf der Welt sehe er Entwicklungen, die der Umwelt schadeten.

„Im Gegensatz zu China sind sich etwa die USA ihrer Umweltsünden bewusst“, berichtet er, „doch deren derzeitige Führung leugnet die Problematik.“ Es bedrücke ihn außerordentlich, dass ein Präsident zum Wohle des Landes über alles hinwegsehe. Der Wandel im Umgang mit der Umwelt, fährt er fort und verweist auf die Kohle- und Autoindustrie in Deutschland, ziehe auch den Verlust von Arbeitsplätzen nach sich. Er befürchtet: „Wenn sich dann die Menschen radikalisieren, dann bekommen wir eine Situation wie vor dem dritten Reich.“

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