Der Holzlarer See ist gerettet: Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Wasserqualität

Der Holzlarer See ist gerettet : Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Wasserqualität

Bei der dritten Zusammenkunft des Runden Tischs "Ökologische Defizite Holtorfer Bach" haben die Vertreter von Stadt, Naturschutzverbänden und Bürgerschaft einen entscheidenden Schritt nach vorne geschafft.

Man hat bei der Sitzung im Rathaus einstimmig beschlossen, der Bezirksvertretung Beuel folgenden Vorschlag zu unterbreiten:

  • Der Holtorfer Bach soll künftig nicht mehr durch den Holzlarer See, sondern oberhalb entlang des Wanderwegs fließen.
  • Der Holzlarer See soll nicht trockengelegt werden. Allerdings wird die heutige Wasseroberfläche um zwei Drittel reduziert.
  • Der Unterlauf des Holzlarer Bachs (Richtung Hauptstraße) wird renaturiert.
  • Ein Monitoring soll klären, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die gesetzlichen Anforderungen an den Hochwasserschutz und an die Wasserbeschaffenheit zu erfüllen.

Ziel dieser Renaturierungsmaßnahmen ist: Künftig soll vom Holzlarer See aus mehr Wasser als heute in den Unterlauf des Holtorfer Baches in Richtung Holzlar abfließen. Allerdings soll laut Stadt nur so viel Wasser in Richtung Hövelweg ablaufen, wie gesetzlich maximal zulässig ist. Dadurch will die Stadt Bonn das Hochwasserrisiko im Bereich des Holtorfer Bachs - besonders bei Starkregenereignissen - auf ein sogenanntes hundertjährliches Ereignis (einmal in 100 Jahren) deutlich reduzieren.

Dieses Zwei-Phasen-Modell ist das Ergebnis vieler Treffen und Fachgespräche. Dabei ging es darum, die von der Bezirksregierung Köln verlangten Anforderungen an den Hochwasserschutz und die Wasserqualität zu erfüllen, aber auch den Naherholungswert dieser Region nicht zu gefährden. Würde der erste Bauabschnitt ausreichen, um den Hochwasserschutz und die Gewässergüte zu verbessern, dann könnte die Stadt viel Geld sparen. Jeder Bauabschnitt soll nämlich rund 500.000 Euro kosten. Das Land NRW wird die Kosten mit rund 80 Prozent bezuschussen.

"Nach dem ersten Bauabschnitt wird eine umfängliche Testphase folgen, in der wir prüfen wollen, ob diese umgesetzten Projekte ausreichen, um unsere gesetzten Ziele zu erreichen. Dabei könnte sich zum Beispiel herausstellen, dass wir die Phase 2, Verzicht auf den Holzlarer See und Anlage von tiefen Amphibientümpeln, vielleicht nicht mehr benötigen", erklärte Matthias Franke, der im städtischen Tiefbauamt für das Projekt zuständig ist.

Bei Starkregen-Ereignissen ist durch die technische Ausstattung des Regenrückhaltebeckens, des neuen Bachlaufs und des Sees sichergestellt, dass die Wassermengen in den See laufen und der Wasserstand sich dann erhöhen wird. Und aus naturschutzfachlicher Sicht scheint es bezüglich des Zwei-Phasen-Modells auch keine Bedenken zu geben. "Ich habe keine Einwände. Nach dem Umbau des Holzlarer Sees und des Holtorfer Bachs kann sich über die Jahre eine naturnahe Auenlandschaft entwickeln", sagte Christian Chmela, Leiter der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft.

Doro Schmitz, Fraktionssprecherin der Beueler Grünen, war mit der Lösung grundsätzlich zufrieden, sorgte sich aber wegen der Absenkung des Wasserstands um die Lebensräume der Amphibien. Dazu Chmela: "Frösche, Molche, Kröten und Feuersalamander werden dort auch weiterhin gut leben können. Wichtig für den Amphibienschutz ist, dass das Gewässer weiterhin fischfrei bleibt."

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