Inklusives Tanztheaterstück: Uraufführung auf dem Münsterplatz

Inklusives Tanztheaterstück : Uraufführung auf dem Münsterplatz

Der Sternentanz bildet das Finale des inklusiven Tanz- und Theaterspektakels „Ein Stück vom Glück“, das am Dienstag, auf dem Münsterplatz uraufgeführt wird. Das von behinderten und nichtbehinderten Menschen aufgeführte Tanzevent findet anlässlich des Aktionstags zum Europäischen Tag zur Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung statt.

Laura Suad steht in der Mitte des Tanzsaals. „Ich bin, wie ich bin“, singt sie leise-gefühlvoll, fast wie ein Mantra, begleitet vom harmonischen Spiel des Gitarristen Achim Reschke. Leichtfüßig-schwungvoll umkreisen sie immer mehr Tänzerinnen und Tänzer – Hand in Hand. Dann verbinden sie goldfarbene Seidentücher zu einem großen, vielzackigen Stern um die Sängerin herum. Choreograf Miguel Angel Zermeño bleibt dezent, aber wirksam außen vor und vermittelt den konzentrierten Akteuren spürbar viel Sicherheit.

„Tanzen macht es leicht, ein Gemeinschaftserlebnis von Menschen mit und ohne Behinderung herzustellen. Großartig zu sehen, wie viel Spaß alle daran haben. Das ist gelebte Inklusion“, freut sich Marion Frohn von der Lebenshilfe Bonn bei der Generalprobe im Bonner Tanzhaus.

Die Koordinatorin des inklusiven Projektes, selbst leidenschaftliche Tänzerin, hat vor zwei Jahren bei der Lebenshilfe die Tanzgruppe „Atemlose Discofoxler“ ins Leben gerufen. „Die Gruppe hat sich so genannt, weil sie gerne zu Atemlos von Helene Fischer tanzt“, erzählt Frohn und schmunzelt.

Allen Beteiligten hat das gemeinsame Tanzen sichtlich viel Freude bereitet. „Es war einfach und schön. Alle waren nett“, sagen Mareike und Manuel von der Lebenshilfe-Tanzgruppe. Isabell, von ihren Freundinnen und Freunden nur „Isi“ gerufen, findet die Musik allerdings zu leise: „Ich mag mehr AC/DC und Metallica. Bei mir muss es krachen und knallen.“

Anne und Inga von der Endenicher Gruppe DanzaMa haben zum ersten Mal mit behinderten Mitmenschen getanzt. „Es war eine großartige Erfahrung. Man war nicht so konkurrierend und nervös. Man konnte sich richtig fallen lassen“, sagen die erfahrenen Tänzerinnen. Der mexikanische Choreograf Zermeño hat bewusst auf minutiöse Ausarbeitung der Figuren und Schritte verzichtet. „Es ist mir wichtig, dass alle das Tanzen genießen und sich nicht verkrampfen. Dieses Projekt ist eine große Bereicherung. Es gibt einem viel mehr Freude als die Arbeit mit Profis, wo vieles rasch zur Routine wird“, betont der renommierte Tanzpädagoge, der sich nun mit allen Teilnehmern auf das große Event freut. Schirmherr des Aktionstags auf dem Münsterplatz mit Infoständen, Podiumsdiskussionen und Aufführungen ist OB Ashok Sridharan.

Das Motto des von der Behindertengemeinschaft Bonn und der Behindertenbeauftragten der Stadt organisierten Aktionstags lautet „Einfach für alle – Gemeinsam für eine barrierefreie Stadt“.

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