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Paul-Gerhardt-Schule: Turnen und Theater für das krumme Jubiläum in Beuel

Paul-Gerhardt-Schule : Turnen und Theater für das krumme Jubiläum in Beuel

Die Offene Ganztagsschule der Paul-Gerhardt-Schule hat ihr zehnjähriges Bestehen im elften Jahr gefeiert. Die Schüler zeigten Akrobatik und zwei Theaterstücke.

Als die Offene Ganztagsschule der Paul-Gerhardt-Schule ihr zehnjähriges Bestehen feiern wollte, wurden die Festpläne von Tarifverhandlungen durchkreuzt. „Deswegen entschieden wir uns dazu, einfach ein Jahr später zu feiern“, sagt OGS-Leiterin Martina George-Blodau. Daraus wurde am Freitag das „10+1 Jubiläum“, zu dem viele Eltern, Lehrer und Kinder kamen.

Auf der Bühne präsentierten die Schüler Akrobatik und zwei Theaterstücke. Der Schulhof verwandelte sich in einen Jahrmarkt mit Popcorn, Dosenwerfen und Ponyreiten. Der Schulchor sang einige Lieder und wurde von den Eltern laut bejubelt. Alle Vorführungen erarbeiteten die Kinder im Unterricht und in Arbeitsgemeinschaften – unabhängig davon, ob nun nachmittags oder regulär am Vormittag in den Klassenräumen.

„Das zeigt, was uns auszeichnet“, erklärte Schulleiter Dirk Wetzig. Denn seitdem es die OGS unter der Leitung der Diakonie gibt, sind die beiden „Abteilungen“, wie Wetzig sie nennt, immer enger zusammengewachsen. „Anfangs gab es Abspracheprobleme“, gesteht er. Die gehörten nun der Vergangenheit an: Mittlerweile koordinieren sich Lehrer und andere Pädagogen so, dass die Räume sogar untereinander getauscht und damit optimal ausgelastet werden.

Denn die Paul-Gerhardt-Schule hat ein immer größer werdendes Problem: Zu wenig Räume für die mehr als 200 Schüler, von denen rund 160 nachmittags betreut werden. In die Mensa passen gerade einmal 36 Kinder, in den OGS-Gruppen sind es aber regelmäßig 40. „Gegessen wird dann eben auch in anderen Räumen“, erzählt George-Blodau, die gerne mehr Kindern die OGS anbieten würde. Doch regelmäßig muss sie Eltern absagen und Kinder auf die Warteliste setzen.

So wie die Tochter von Kinga Müller, die jetzt in die vierte Klasse geht und zunächst warten musste. „Ohne die Betreuung wäre es für mich schwer gewesen, mein Kind zu versorgen“, sagt die alleinerziehende Mutter. Was ihr besonders gut gefällt, sind die Angebote, die es nachmittags gibt. „Das wird nicht nur rumgesessen, das ist wie eigenständiger Unterricht.“ Die Schüler können sich Arbeitsgemeinschaften aussuchen, toben und bekommen Hilfe bei den Hausaufgaben. Mittlerweile ist ihre Tochter aber selbstständiger geworden, meist geht sie direkt nach dem Mittagessen nach Hause. „Wenn sie etwas interessant findet, bleibt sie aber auch länger in der Schule“, erzählt Müller.

Wenn man George-Blodau danach fragt, wie es in den kommenden Jahren weitergehen könnte, hat sie nur einen Wunsch: „Dass die OGS mehr Platz bekommt.“ Dabei schielt sie ein paar Meter weiter, auf das Gelände der Realschule Beuel. Die zieht aus, das Gebäude wird frei. „Dort könnten wir uns gut ausbreiten und für alle eine Nachmittagsbetreuung anbieten, die sie haben wollen“, sagt sie. Entscheiden muss das allerdings die Stadt. Bisher gibt es noch keine Pläne für die ehemalige Realschule.