Obernärrin von Beuel gestorben: Trauer um Beuels erste Wäscherprinzessin

Obernärrin von Beuel gestorben : Trauer um Beuels erste Wäscherprinzessin

Nach schwerer Krankheit ist Barbara Tiepolt, geborene Beu, 79-jährig in ihrer zweiten Heimat Issum bei Kleve verstorben. Als erste Wäscherprinzessin Barbara I. schrieb sie ein Stück Karnevalsgeschichte.

„Immer blieb sie dem Beueler Karneval verbunden“, sagte ihr Bruder Wolfgang Beu. Als erste Wäscherprinzessin feierte sie als Barbara I. 1958 sozusagen Weltpremiere und ging in die Geschichte ein. Ihr Motto lautete: „Von Zoten frei, die Narretei.“ Das Prunkkleid hatte sie sich selbst geschneidert. Statt Kamellen warf sie Waschlappen, Gästetücher und Seife, erinnert sich ihr Bruder im Gespräch mit dem GA.

Beu ist eine Ur-Beueler Familie auf der Hermannstraße, die seit Generationen auch eine Wäscherei betreibt. 1954 machte Barbara Beu in der ersten Mädchenklasse der Realschule ihren Abschluss. Zu den Kameradinnen hatte sie bis zuletzt Kontakt. Ihr Ehemann Dieter Tiepolt wuchs an der Rheinaustraße auf. Nach der Hochzeit zogen sie von Beuel weg. Barbara Tiepolt begleitete ihren Mann, der als Ingenieur arbeitete, unter anderem nach Bagdad, bis die Familie sich bei Kleve niederließ. Drei Töchter kamen zur Welt. Durch einen tödlichen Verkehrsunfall wurde Dieter Tiepolt aus der Familie gerissen, die um viele Enkel und Urenkel angewachsen ist.

Noch vergangenen Sommer war Wolfgang Beu mit seiner Schwester in Spanien auf Urlaub. „Sie war so lebenslustig. Von Krankheit wollte sie nie etwas wissen.“

Damit auch Beueler Abschied von Barbara Tiepolt nehmen können, will Wolfgang Beu ein Sechs-wochenamt in St. Josef halten lassen.

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