Bonner Bahnhofsmission: Tenten-Stiftung ehrt besonderes Engagement

Bonner Bahnhofsmission : Tenten-Stiftung ehrt besonderes Engagement

In 22 Vereinen ist Wilfried Ring Mitglied, er bekleidet 43 Ehrenämter und Funktionen und erhielt dafür schon 14 Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz.

Am Samstag kam eine weitere hinzu: Ihm wurde im Tenten-Haus der Begegnung der Tenten-Preis für soziales Engagement in Bonn verliehen. Der mit 12 000 Euro dotierte Preis wurde diesmal geteilt: Das Kuratorium der Tenten-Stiftung zeichnete auch das Team der Bahnhofsmission aus.

"Ihre Tätigkeiten sind ausgesprochen segensreich", sagte Heinz Biesenbach vom Vorstand der Stiftung, die den Tenten-Preis seit 1992 vergibt, bei seiner Laudatio für Ring. Der ist seit 41 Jahren Vorsitzender des Vereins der Schwerhörigen und Ertaubten Bonn und Rhein-Sieg - für die Stiftung die herausragende Leistung des gebürtigen Niederbayern, der selber schwerhörig ist. Sein Hauptanliegen ist es, über Hörschädigung aufzuklären und bei der Integration von Hörgeschädigten in die Gesellschaft mitzuhelfen. Ring war bis zu seiner Verrentung 43 Jahre lang Verwaltungsangestellter bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn. Nebenbei hat er einiges geleistet.

Ebenso wie die gut 30 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bahnhofsmission. Die kümmern sich um alle, die am Bonner Bahnhof zu ihnen kommen, um entweder körperliche Stärkung durch Speisen oder seelische durch Gespräche und Anteilnahme zu erhalten. "Sie sind Berater, Seelsorger, Dienstleister und Orientierungshilfe", sagte Kuratoriumsvorsitzender Michael Wüllrich in seiner Rede. Das Team biete "menschliche und kompetente Hilfe", ohne dafür bezahlt zu werden.

"Schicht um Schicht begegnen wir Menschen und allzu Menschlichem", sagte Erika Müller-Hilckmann, Mitarbeiterin der Bahnhofsmission, in ihrer Dankrede. "Wir versuchen, ein Stück Himmel am Bahnhof zu sein." Die 6000 Euro aus dem Preis wolle man in Fortbildungen stecken.

Die Verleihung wurde musikalisch eingerahmt vom Querflöten-Duo "Die Zauberflöten", bestehend aus David Baumann und Henrike Eiden. Frank Oswald, Professor für interdisziplinäre Alternswissenschaft am Frankfurter Goethe-Institut, hielt außerdem einen Vortrag über die "Janusköpfigkeit des Alterns".