Zweite Biskuithallen-Party im Brückenforum: Tanz im Schein der Discokugel

Zweite Biskuithallen-Party im Brückenforum : Tanz im Schein der Discokugel

Seit Ende der 90er Jahre ist die Biskuithalle geschlossen, aber der Geist ihrer legendären Feten lebt weiter. Am Samstag stieg die zweite "Biskuithallen-Party" im Brückenforum. "Damals kamen immer um die 3000 Gäste - und das mittwochs", sagte DJ Boris Uenzen. Diesmal waren es zwar nur 1400, voll war es trotzdem.

Während früher Sisters of Mercy, Front 242 und die Backstreet Boys auf der Bühne standen, sind es heute Coverbands wie die "Synpathics". Die Band mit Sänger Mike Gahre, Synthesizer-Spieler Oliver Rebhan und Schlagzeuger Matthias Mehrtens präsentierten astreinen 80er-Synthpop. "Was den Sound angeht, stehen die Drei ihren Vorbildern in nichts nach", sagte Uenzen.

Dem Publikum gefiel es auch: Die Finger schnippsten im Takt, die Beine zappelten zu den Beats. Dass sich da 25-Jährige und 50-Jährige auf der Tanzfläche begegneten, störte nicht. "Auch wenn ich damals noch nicht auf der Welt war, liebe ich diese Zeit", sagte die 22 Jahre alte Marie Grube. Das Schwierige sei, den Bogen zwischen den Jahrzehnten zu schlagen, so Uenzen. Es dürften nicht nur 80er-Jahre-Hits gespielt werden, auch David Guetta müsse vertreten sein. Neben Uenzen legten auch die alten DJs Achim Mildner und Christian Hill auf. "Die beiden legen mit ihren Laptops auf, ich bin noch mit CDs unterwegs", sagte Uenzen.

Er war auch der Initiator, der 2012 Biskuithallen-Betreiber Peter Kral und die ehemaligen Mitarbeiter Jürgen Harder und Jürgen Lommerzheim zu einer Wiedersehensparty im Brückenforum einlud. Das sprach sich schnell rum: Zur Premiere erschienen über 1200 ehemalige Gäste, Mitarbeiter und Helfer. Der Name der 1985 eröffneten Location stammte von der stillgelegten Halle der "Wessel Werke" in der Siemensstraße. In der wurden zuvor nicht lackierte Keramikkacheln, sogenannte "Biskuits", gebrannt. Ihr Spitzname "Keksdose" beruhte auf dem Irrtum, es handele sich um eine Gebäckfabrik.

Für jede Menge Nostalgie auf der Leinwand sorgte Fotograf Reinhard Franzen. Aus alten Kartons suchte er über 300 Bilder heraus, viele noch in Schwarzweiß. "Damals sah die Partyfotografie ganz anders aus", sagte der 53-Jährige: Heute stehe der Gast im Mittelpunkt, früher das Gesamte. "Da schoss man mal ein paar Bilder von der Deko und dem Saal", erzählte er.

Pro Abend wechselte er maximal zweimal den Film. Und das auch nur zu besonderen Anlässen: Silvester, zu Beginn der Oster- und der Herbstferien. Ausgehangen wurden die Fotos am Ausgang, "und nicht der ganzen Welt im Internet präsentiert".

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