„NRW – Land der Talsperren“: Talsperren-Doku von Naturfilmer aus Beuel kommt im WDR

„NRW – Land der Talsperren“ : Talsperren-Doku von Naturfilmer aus Beuel kommt im WDR

Unterwasseraufnahmen sind seine Spezialität und einige werden auch im neusten Werk von Rolf J. Möltgen zu sehen sein: „NRW – Land der Talsperren“ heißt der Film, den das WDR-Fernsehen kommenden Dienstag, 17. April, ab 20.15 Uhr ausstrahlt.

Der Beueler Filmemacher, der im vergangenen Jahr 70 wurde, ist seit den 1960er-Jahren in Sachen Naturfilm unterwegs: „Schon während meiner Ausbildung wollte ich unbedingt hinaus in die Welt“, erinnert sich der gelernte Industriefilmer. Der in Schwarzrheindorf lebende Autor erhielt das erste Mal 1964 die Gelegenheit dazu: Für das Studio Rheinfilm realisierte er noch mit einer klassischen 16-Millimeter-Filmkamera eine Dokumentation über griechische Fischer und Schwammtaucher, für die er zunächst einmal das Tauchen erlernen musste. „Das war seinerzeit – anders als heutzutage – etwas ganz Besonderes“, so Möltgen. Er habe das Tauchen aber nicht als Selbstzweck gelernt, sondern um auch unter Wasser filmen zu können. Dennoch war es auch damals nicht leicht, sich selbstständig zu machen: „Es war harte Arbeit und verlangte von mir großes Durchhaltevermögen, bis ich den ersten TV-Auftrag erhielt. Allerdings gab es nur ganz wenige Kollegen, die sich mit Filmkameras unter Wasser wagten“, erinnert er sich.

Zunächst für die beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehsender WDR und ZDF, später dann auch für Sat 1 und Arte realisierte Moeltgen im Laufe der vergangenen 50 Jahre unzählige Naturfilme. „Ich hatte das unglaubliche Glück, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte“, so Möltgen. Von der „Pirsch“ an Ort und Stelle bis zum Schnitt in seinem Studio: Möltgen realisiert mit seinem Team aus freien Mitarbeitern komplette Projekte von der Idee bis zur Ausstrahlung. Zwischen seinen Reisen kehrte er immer wieder zurück in sein Haus in der Rheindorfer Straße. Seine Arbeit zog ihn dabei häufig in die weite Welt hinaus: ob für die Dreharbeiten zu „Das blaue Wunder“ in die Unterwasserwelt der indonesischen Provinz Raja Ampat oder für die „Geheimnisvollen Hochseeoasen“ auf die Malediven oder zur weit draußen vor der kolumbianischen Küste gelegenen Pazifikinsel Malpelo.

„Interessanterweise rückte die heimische Natur erst stärker in meinen Fokus, nachdem ich bereits überall auf der Welt gedreht hatte“, erklärt der Filmemacher. So etwas wie die Initialzündung dazu sei ein Film über den Eisvogel im Westerwald gewesen: „Während der Dreharbeiten habe ich entdeckt, was für spannende Tiere direkt vor unserer Haustüre leben.“ Neben dem fast exotisch aussehenden Eisvogel hat Möltgen für sein neuestes Projekt nun auch Schwarzstörche, Biber, Wildkatzen oder einen Luchs gefilmt. In Sachen Talsperren ist Nordrhein-Westfalen nämlich absoluter Weltmeister: „In unserem Bundesland findet man so viele Stauseen auf engem Raum wie sonst nirgendwo auf der Welt und obwohl diese Gewässer vom Menschen geprägte Lebensräume sind, haben sie für Tiere und Pflanzen viel zu bieten“, so der Filmemacher. Der Rursee wird wegen seiner überbordenden Natur sogar „Amazonas der Eifel“ genannt.

Egal, ob Rur-, Urft- oder Möhnesee: In „Land der Talsperren“ zeigt Möltgen den Zuschauern seine eigene Perspektive auf die Welt zwischen Staumauer und Zuflüssen. Und zwar nicht nur zu Lande und unter Wasser, sondern sogar aus der Luft: „Für die Dreharbeiten habe ich erstmals eine Drohne verwendet“, so der Beueler Filmpionier, der noch lange nicht ans Aufhören denkt. Möltgen: „Vor der Haustür Bonns gibt es herrliche Reviere – das Siebengebirge, den Kottenforst und die Siegmündung.“

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