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Studenteninnen beraten Bonner Schüler zu Organspende

Schule in Bonn : Studentinnen beraten Beueler Schüler zu Organspende

Bonner Medizin-Studentinnen sprechen mit Schülern des KFG in Beuel über Lebensentscheidungen. Dabei geht es zum Beispiel um Organspenden.

Der Auftakt zum Schüler-Workshop „Organspende und Hirntod“ im Kardinal-Frings-Gymnasium (KFG) ist amüsant: In einem Kurzfilm rasen zwei Männer im Auto auf Klippen am Meer zu und bleiben nach einem heftigem Bremsmanöver mit ihrem halben Gefährt über dem Abgrund hängen. In dieser lebensbedrohlichen Situation, die von den beiden Männern allerdings eher gelassen genommen wird, stellt der Fahrer die Frage: „Sag mal, spendest du deine Organe?“, worauf der andere irritiert antwortet, dass er darüber noch nicht nachgedacht habe.

Geschickt eröffnen die drei im siebten Semester Medizin studierenden Bonner Studentinnen Lina Adloff, Hannah Lagos und Isabelle Schröder von der bundesweiten Initiative „Aufklärung Organspende“ ihre Vortragsveranstaltung im KFG mit diesem auflockernden Kurzfilm. 19 Oberstufenschülerinnen und -schüler haben sich mit ihrem Fachlehrer und stellvertretendem Schulleiter Markus Möhring im Biologiesaal der Schule versammelt und folgen nun aufmerksam der engagierten Aufklärungsarbeit der drei Studentinnen.

Fünf von 19 Schülern haben einen Organspendeausweis

Durch Meldung mit Handzeichen wird deutlich, dass die Hälfte der Anwesenden sich schon mit dem Thema „Organspende“ befasst hat. Fünf Schüler besitzen bereits einen Organspendeausweis und drei von den 19 Anwesenden ist sogar die Haltung ihrer Angehörigen zu dem Thema bekannt. Die Medizinstudentinnen stellen schon zu Anfang ihres Vortrags deutlich heraus, dass es in ihrer Aufklärungsarbeit nicht darum gehe, die Schüler zur Organspende zu überreden, sondern sie zu ermuntern, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, eine Entscheidung zu treffen und das Gespräch darüber möglichst mit Freunden und in der Familie fortzusetzen.

Bei all den folgenden detaillierten Informationen zu Hirntod und Organtransplantation appellieren die angehenden Ärztinnen vor allem an die Teilnehmer des Workshops, einen Organspendeausweis zu besitzen und darauf festzuhalten, was im Falle eines eigenen Hirntods – offiziell als irreversibler Hirnfunktionsausfall bezeichnet – mit ihrem Gewebe oder ihren Organen geschehen soll. Auch der Widerspruch zu einer Organentnahme, die der Ausweis genauso wie diverse Einschränkungen anbietet, sei im klinischen Alltag sehr hilfreich.

Ein Organ zu transplantieren erfordert Teamwork

Bei einer Organtransplantation müssen viele Verantwortliche wie bei einem Räderwerk zusammenarbeiten: Angehörige, Intensivmediziner, Pflegepersonal sowie spezielle Transplantationschirurgen. Ein Organ vom Spender zum Empfänger zu vermitteln, ist eine medizinische und logistische Herausforderung. Doch zuallererst muss die Entscheidung zur Organentnahme getroffen werden und trifft meist völlig unvorbereitet die Angehörigen. Nur etwas mehr als 30 Prozent der Bevölkerung besitzt einen Organspendeausweis. Bereits ab dem 14. Lebensjahr kann man einer Organ- und Gewebespende widersprechen und ab dem 16. einer Spende auch zustimmen. Wichtig sei auch zu wissen, dass die Entscheidung an keiner Stelle gespeichert werde, vermitteln die Studentinnen. Und sollte sich die Einstellung zur Organspende ändern, genüge es, den Organspendeausweis zu vernichten und einen neuen mit veränderten Wünschen auszufüllen.

Weitere Infos und Download eines Organspendeausweises unter www.organspende-info.de