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Strandbar am Rheinufer in Beuel: Pachtvertrag läuft bald aus

Gastronomie am Beueler Rheinufer : Zukunft der Strandbar ungewiss

Pachtbewerber dringen auf eine baldige Entscheidung, wenn es um die Strandbar am Beueler Rheinufer geht. Die Stadt hat baurechtliche Nachfragen, die noch zu klären sind.

Heiße Salsamusik, eine Piña Colada in der Hand und feinsten Sand unter den Füßen: Die Strandbar im Beueler Süden bringt im Sommer karibisches Lebensgefühl an den Rhein. Damit die Bonner auch in den kommenden vier Jahren den Sommer wieder in diesem Urlaubs-Ambiente genießen können, müssen jetzt die Pachtverträge für die Zeit von 2020 bis 2023 unterschrieben werden.

Derzeit ist allerdings noch unklar, wer die Cocktails mixen und wie das Areal am Oberkasseler Rheinufer gestaltet wird. Mehrere Bewerber haben sich um eine Konzession beworben, zwei haben es in die engere Wahl geschafft. Entschieden ist indes noch nichts: In nichtöffentlicher Sitzung des Wirtschaftsausschusses wurde die Entscheidung vertagt, weil zunächst baurechtliche Fragen geklärt werden müssen.

Jetzt drängt jedoch die Zeit. Denn die interessierten Gastronomen brauchen Planungssicherheit.  „Ich weiß auch nicht, weshalb das Verfahren nicht weitergeht. Wir haben bisher bereits eine knapp fünfstellige Summe in Konzeption und Planung investiert. Wir hoffen, dass im Januar eine Entscheidung fällt“, sagt Jörg Grünewald, einer der beiden favorisierten Bewerber. „Die beiden eingereichten Konzepte sind in der vorgelegten Form bauordnungsrechtlich nicht genehmigungsfähig, da die Größenordnung der vorgesehenen baulichen Anlagen nicht dem Charakter einer Strandbar entspricht“, erklärt Markus Schmitz vom Presseamt.

Wetterfester Bar- und Restaurantbereich soll entstehen

Die Aussage der Verwaltung ist für Jörg Grünewald nur schwer nachvollziehbar. „Uns irritiert die baurechtliche Situation, bei der es für den aktuellen Betrieb offensichtlich keinerlei Baugenehmigung oder gar einen Bauantrag gegeben hat“, reagiert Grünewald. Sein Konzept sieht einen Mix aus Strand, Beachclub, Musikareal sowie einen wind- und wetterfesten Bereich vor. Dennoch, so versichert er, „werden wir alle baurechtlichen Aspekte selbstverständlich respektieren und beachten und gegebenenfalls Anpassungen am Konzept vornehmen. Nach den Parametern der Ausschreibung war eine weitere bauliche Ausarbeitung zum Abgabezeitpunkt nicht erforderlich.“ Um dennoch „lösungsorientiert und zügig“ zu arbeiten, hat er einen Architekten um eine Einschätzung gebeten. „Ich weiß nicht, um welchen Teil des Konzepts es geht“, sagt Architekt Alexander Schwung.

Denn wie bisher soll ein wetterfester Bar- und Restaurantbereich in einem Zelt entstehen. „Es geht um die gleiche Fläche wie bisher. Wir haben lediglich die Ausrichtung verschoben. Daher bin ich sehr überrascht über die Entscheidung“, so Schwung.  Der bisherige Betreiber Oliver Klemp ist ebenfalls in der engeren Wahl. „Natürlich habe ich mich wieder um die Strandbar beworben, sie macht mir wirklich sehr viel Spaß, und ich würde sie ungerne aufgeben“, sagt er. Er hat der Stadt ein komplett überarbeitetes Konzept überreicht. „Ich möchte die Strandbar in insgesamt drei Locations aufteilen. Einen überdachten Bereich, einen Sportbereich und eine Feierfläche“, so der 36-Jährige.

Er hat Verständnis dafür, dass alle Vorgaben eingehalten werden müssen. Aber: „Ich benötige bald eine Entscheidung“, sagt er. Das ist für Sebastian Kelm von der Fraktion der Sozialliberalen nachvollziehbar: „Jetzt müssen zügig Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden, damit wir im Januar eine endgültige Entscheidung treffen können“, fordert er.

Eine Dauereinrichtung wird die Strandbar am Oberkasseler Rheinufer sowieso nicht. Die Konzession gilt nur so lange, bis die Baustelle für die Verlängerung der Linie S 13 von Troisdorf nach Oberkassel an der Karl-Duwe-Straße eingerichtet wird. Dann entfällt nämlich die Zufahrt für die Strandbar, wann das sein wird, ist noch unklar.