Feierliche Eröffnung: Startschuss für den neuen Skatepark in Beuel

Feierliche Eröffnung : Startschuss für den neuen Skatepark in Beuel

Bonns erster Skatepark ist am Wochenende eröffnet worden. Jugendliche sind froh, ein legales Übungsgelände zu haben. Die Bauzeit dauerte nur ein halbes Jahr.

Die Planung mit den notwendigen Absprachen, Anträgen und Genehmigungen nahm Jahre in Anspruch, der Bau nur sechs Monate. Am Samstag wurde Bonns erster Skaterpark auf dem Gelände der ehemaligen Jugendverkehrsschule in der Beueler Rheinaue eröffnet.

Die Sonne knallte erbarmungslos vom Himmel. Das aber hinderte die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht daran, zur Eröffnung zu kommen. Die meisten von ihnen hatten selbstverständlich ihr Skateboard unterm Arm; einige kamen mit ihren Rädern, einige mit Skater-Rollern.

Der Parcours war mit rot-weißem Flatterband umsäumt. Um 12 Uhr sollte es durchgetrennt werden. Darauf warteten alle, wahlweise im Schatten der Bäume oder im Liegestuhl in der Sonne. Aus den Boxen waberte Hintergrundmusik. Die Besucher chillten oder warteten mit dem Board im Anschlag darauf, dass endlich das Startzeichen gegeben wird. Jan (22) ist überglücklich, jetzt einen Parcours vor der Tür zu haben. „Ich bin zum Teil nach Hennef gefahren oder habe mir in Bonn verschiedene Flächen gesucht“, sagt der junge Mann, den es überhaupt nicht stört, dass es an diesem Tag extrem heiß ist.

Das Board im Anschlag

Mittendrin im Getümmel ist Philipp Nehren, 1. Vorsitzender des Vereins Subculture und Projektleiter. Nehren, der den Bau des Skateparks vorangetrieben hat und ihn auch betreiben wird, strahlt als Bürgermeisterin Gabriele Klingmeier, Bezirksbürgermeister Guido Deus sowie Zehiye Dörtlemez ankommen. Dörtlemez ist stolz darauf, dass die Stiftung Jugendhilfe der Sparkasse, deren erste Vorsitzende sie ist, den ersten Bauabschnitt mit 48 000 Euro gefördert hat. „Das ist die höchste Summe, die wir je für ein Projekt ausgegeben haben“, sagt sie. Das Projekt hielt sie von Anfang an für unterstützenswert. Der Bedarf sei da. Das sehe man überall in der Stadt, wo sich die Szene Plätze für ihr Hobby erobert habe. Dabei sind die Skater nicht immer auf Wohlwollen gestoßen. Philipp (18) ist nach eigenen Angaben oft verjagt worden, zum Beispiel vor dem Beueler Rathaus. „Jetzt sind wir froh, dass es den Park gibt“, sagt er.

Dann endlich übergibt Nehren der Bürgermeisterin die „wohl größte Schere der Welt“, wie er witzelt. Es war wohl eher die kleinste, die je für eine Eröffnung benutzt wurde. Klingmüller schneidet das Band durch – und die ersten Skater stürmen die Fläche. Einige fahren noch sehr vorsichtig die Half Pipes, Sockel und Stufen entlang. Anderen dagegen sieht man an, dass sie schon länger auf den Rollen stehen. Sie wagen die ersten Sprünge, die im Fachjargon als Back- oder Frontsides bezeichnet werden.

Nach etwa einer halben Stunde geht den ersten die Puste aus, die Fläche leert sich. Ein Getränk muss her und ein bisschen Abkühlung im Schatten. „Ein kleines Schwimmbad am Rande, das wäre klasse“, sagt ein junger Gast mit Blick auf das Gelände, das noch Potenzial für eine Vergrößerung hat.