1. Bonn
  2. Beuel

„Bauzeit der S 13 ist ein Trauerspiel“: Stadtbaurat Wiesner zu Städtebau- und Verkehrsthemen in Beuel

„Bauzeit der S 13 ist ein Trauerspiel“ : Stadtbaurat Wiesner zu Städtebau- und Verkehrsthemen in Beuel

Stadtbaurat Helmut Wiesner hat ehrlich eingestanden, dass auch er sich kürzere Bearbeitungszeiten in den Planungs- und Bauabteilungen der Stadt Bonn wünsche. Aber es gebe genug Gründe, warum die Verwaltung nicht schneller arbeiten könne.

Ralf Laubenthal (SPD) hatte Wiesner am Mittwochabend in der Sitzung der Bezirksvertretung Beuel gefragt, warum Bauwillige so lange auf ihre Baugenehmigungen warten müssen. „Das schreckt auch Investoren ab“, so Laubenthal. „Die Bauaufsicht ist mit einer Software aus dem Jahr 1975 ausgestattet. Da dauert das Bearbeiten von Bauanträgen halt seine Zeit. Wir werden jetzt den Kauf einer aktuellen Software ausschreiben und hoffen, dass wir die Bearbeitungsprogramme 2019 nutzen können. Allerdings müssen die Mitarbeiter dann noch geschult werden“, erklärte Wiesner, der am Mittwochabend nach zweijähriger Amtszeit erstmals Gast in der Bezirksvertretung Beuel war. Auf Wunsch aller Parteien war Wiesner im Rathaus erschienen, um zu aktuellen städtebaulichen Entwicklungen in Beuel Stellung zu beziehen. Das tat er auch umfassend. Einige Beispiele:

Bebauung Postgelände:Laut Wiesner ist bei diesem Thema „das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen“. Die Bitte eines Investors nach einem Zielbeschluss sei ein probates Mittel, um herauszufinden, ob Verwaltung und Politik sich ein Bauvorhaben an einer bestimmten Stelle vorstellen können. Im Fall Kreuzstraße 20 hat ein Kölner Investor das Areal erworben und beabsichtigt die Immobilien abzureißen und dort Wohnungen zu bauen. Was Wiesner bei der Wohnungsnot in Bonn grundsätzlich begrüßt. „Leider kann die Verwaltung derzeit Ihre Fragen nicht alle beantworten. Aber wir arbeiten daran“, so Wiesner.

Wohnungsmarkt: Da steht Beuel nach Ansicht Wiesners gut da. 2017 seien in Beuel 300 neue Wohneinheiten in Beuel fertiggestellt worden und in den nächsten Jahren würden weitere folgen: 300 Wohneinheiten im Wohnpark II in Vilich-Müldorf, 300 Wohneinheiten auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftskammer in Roleber, 200 Wohneinheiten auf den Anbauflächen der Gärtnerei Kissener am Landgrabenweg und 200 Wohneinheiten am Kommentalweg (Stadttor Beuel).

Halle Beuel: Von der beschlossenen Quartiersentwicklung verspricht sich Wiesner eine Initialzündung für den Beueler Osten. Er hofft, dass mögliche Zuschüsse des Landes NRW auch private Investoren ermutigen, in diese Lage zu investieren.

Ausbau B 56:Wiesner gab bekannt, dass er gemeinsam mit Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan bei NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) war und für den Bau der teureren Kreiselvariante an der Kreuzung B 56/Bundesgrenzschutzstraße geworben habe. Stand der Dinge ist bislang, dass der Landesbetrieb Straßen NRW nur Geld für einen kleineren, nicht so leistungsfähigen Kreisverkehr ausgeben darf. Der Unterschied macht rund vier Millionen Euro aus. „Wir haben noch keine Antwort auf unsere Bitte“, so Wiesner.

Schnellbahnlinie 13:Der Stadtbaurat bezeichnete die Bauzeit von zwölf Jahren für eine knapp 13 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Oberkassel ein „Trauerspiel“. Sein Wunsch an die Landesregierung lautet: Bitte einen Bankkredit aufnehmen, damit die 500 Millionen Euro schneller der Deutschen Bahn zur Verfügung gestellt werden können. „Die Trasse kann man in fünf Jahren bauen“, so Wiesner.

Lebensmittelmarkt:Ratsherr Ludwig Burgsmüller (CDU) bemängelte, dass die Stadt es seit fünf Monaten nicht geschafft habe, aus den 13 Bewerbern für den Bau eines Lebensmittelmarkt in Ramersdorf drei Kandidaten zur Auswahl vorzuschlagen. Dazu Wiesner: „Ich gebe zu, das dauert zu lange. Wir klären das Thema gerade innerhalb der Verwaltung.“