Kindertagesstätte Weidenweg: Stadt weiß seit einem Jahr von Asbest in Beueler Kita

Kindertagesstätte Weidenweg : Stadt weiß seit einem Jahr von Asbest in Beueler Kita

Der Wandputz der städtischen Kindertagesstätte Weidenweg enthält Asbest. Obwohl die Stadt schon seit vielen Monaten von der Belastung weiß, wurden die Eltern erst vor kurzem informiert.

Diese Nachricht hat dazu geführt, dass die Eltern sich jetzt zusammengesetzt haben und am Montag einen Fragenkatalog an die Stadt Bonn geschickt haben. Weil die Eltern erfahren haben, dass die Stadt Bonn seit annähernd einem Jahr über die Schadstoffbelastung Bescheid weiß, wollen sie wissen, warum sie erst jetzt darüber informiert worden sind. Des Weiteren wundern sich die Eltern darüber, wie ein städtisches Gebäude, das Mitte der 1990er-Jahre errichtet worden ist, überhaupt noch Asbest enthalten kann. Sie möchten deshalb über die Untersuchung zur Aufklärung dieses Sachverhalts informiert werden.

Außerdem möchten die Eltern erfahren, wie genau die Sanierung abläuft und warum in der vergangenen Woche Probebohrungen im Kindergarten in Anwesenheit der Kinder stattgefunden haben. „Wir haben deshalb massive Bedenken bezüglich der körperlichen Unversehrtheit unserer Kinder“, schreiben die Eltern. Unter der Berücksichtigung der in Kürze beginnenden Sanierungsmaßnahmen bitten die Eltern darum, bis zum 26. Juli von der Stadt Antworten zu ihren Fragen zu erhalten.

Asbestsanierung in den Sommerferien möglich

Marc Hoffmann, Vize-Chef des städtischen Presseamts, teilte dem GA am Montag auf Anfrage mit: „Die Asbestproblematik (gebundener Asbest im Wandputz) ist seit rund einem Dreivierteljahr bekannt. Die Problematik fiel auf bei der Sanierung der Toilettenanlagen, die daraufhin nur teilweise durchgeführt wurde.“ Sicherheitshalber sei damals eine Raumluftmessung durchgeführt worden, die negativ ausfiel. Das entsprechende Gutachten liege der Kita-Leitung vor, so Hoffmann weiter.

Die Asbestsanierung (Entfernung des Altputzes und Ersatz durch neuen Wandputz) soll nach Ansicht der Stadt möglichst in betriebsfreien Zeiten der Kita vollzogen werden. Darum eigneten sich die Sommerferien besonders. Um die Sanierung von Mehrzweckraum, Nebenraum, Waschraum und Werkraum in einem Zug vornehmen zu können, soll die Maßnahme bereits am 2. August beginnen – eine knappe Woche vor der regulären Ferienzeit der Kita. Begonnen wird mit dem Mehrzweckraum, der in dieser Woche dann nicht für den Kita-Betrieb zur Verfügung steht. Auf der To-Do-Liste der Stadt stehen außerdem die Sanierung des Mehrzweckraums, der Sanitärräume, des Werkraums und des Nebenraums der „Bärgengruppe“.

Mit dieser Maßnahme wird ungefähr ein Drittel der gesamten Gebäudefläche der Kita saniert. Auch der noch nicht sanierte Teil der Toilettenanlage wird jetzt in Angriff genommen. Restliche Kita-Bauteile werden zu einem späteren Zeitpunkt von Asbest befreit. Der Kostenrahmen für die jetzt anstehenden Sanierungsarbeiten liegt bei rund 21.800 Euro.

„Von asbesthaltigem Wandputz geht zunächst keine Gefahr aus, da der Asbest gebunden ist. Problematisch wird es, wenn die Wände beschädigt werden. Daher müssen bei Bauarbeiten grundsätzlich bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden“, erklärte Hoffmann.

Für die Schadstoffsanierung soll eine Vier-Kammer-Schleuse in der Kita aufgebaut werden, um so die Verbreitung von Asbestpartikeln zu verhindern. „Eine Gesundheitsgefährdung für Ihre Kinder und das Personal besteht daher nicht“, steht in dem Elternbrief der Stadt Bonn vom 29. Juni dieses Jahres zu lesen.

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