Stadt stellt Fußgängerampel am Konrad-Adenauer-Platz aus

Am Konrad-Adenauer-Platz in Beuel : Linie 66 soll nach Ampelabschaltung schneller werden

Die Stadt Bonn hat die Fußgängerampel zwischen Gottfried-Claren-Straße und Von-Sandt-Straße am Konrad-Adenauer-Platz abgeschaltet. Ziel ist es, die Stadtbahnlinie 66 zu beschleunigen.

Das laute Zischen des Anwärmbrenners ist überall am Konrad-Adenauer-Platz in Beuel zu hören. Zwei Mitarbeiter einer Kölner Verkehrstechnik-Firma sind am Dienstagmorgen kurz vor zehn Uhr dabei, den Asphalt im Bereich des Fußgängerüberweges der Von-Sandt-Straße zu trocknen. Dort soll nämlich interimsmäßig ein Zebrastreifen entstehen, der die vorhandene Ampel ersetzt.

Vorsichtig trägt einer der Männer mit einer Farbrolle einen Klebstoff auf den Asphalt auf, ehe die langen gelben Markierungsbahnen aufgeklebt werden. Der neue Zebrastreifen ist eine Maßnahme, die zur testweisen Abschaltung der Fußgängerampel zwischen Gottfried-Claren-Straße und Von-Sandt-Straße am Konrad-Adenauer-Platz gehört. Am Dienstagvormittag um 10.05 Uhr war es soweit: Die Ampel wurde abgeschaltet und Mitarbeiter einer Elektrofirma stülpten orangefarbene Hüllen über die Signalanlagen. Außerdem wurde der Übergang durch die Stadt Bonn mit Absperrbaken gesperrt.

Kurz nach Abschaltung schon eine Verbesserung

Wie berichtet, möchte die Stadt nun sechs Monate lang testen, ob die längeren Grünphasen sich positiv auf den Straßenbahnverkehr, aber auch auf den Individualverkehr auswirken. Dem Test liegt eine Empfehlung der Bezirksvertretungen Bonn und Beuel und des Planungsausschusses sowie eine Dringlichkeitsentscheidung des Oberbürgermeisters zugrunde.

Peter Esch, Leiter des Tiefbauamtes der Bundesstadt, verfolgte die Arbeiten. Kurz nachdem die Fußgängerampel abgeschaltet wurde, konnte er schon eine Verbesserung ausmachen. „Der Verkehr fließt augenscheinlich schon etwas flüssiger. Allerdings kann man richtige Auswirkungen erst im Berufsverkehr sehen“, so Esch.

Gegenüber dem GA betonte er, dass die Testphase vor allem den Straßenbahnen diene, da diese nicht unnötig aufgehalten werden sollen. Ob die längere Grünphase wirklich was bringt, können die Stadtwerke Bonn anhand der Fahrzeiten der Bahnen nun kontrollieren. Allerdings erhofft sich die Stadt auch, dass es in diesem Bereich zu weniger Stau kommt. 

Als eines der größten Probleme für den Bonner Verkehr bezeichnet Esch allerdings die Baustelle auf der A 565 zwischen Nordbrücke und Autobahndreieck Bonn-Nordost. Diese würde viel Verkehr in die Innenstadt ableiten. Ursprünglich war die testweise Abschaltung der Ampel im Dezember geplant, Esch brachte aber einen Dringlichkeitsantrag bei Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) ein. Das Thema sollte nämlich im Hauptausschuss besprochen und entschieden werden, allerdings tagt dieser erst im Dezember.

Fahrradfahrerin hält an und konfrontiert Esch

Zu diesem Zeitpunkt wäre allerdings der Weihnachtstrubel in der Innenstadt schon im vollen Gange, der Test sollte vorher beginnen. „Nun wird die Entscheidung im Hauptausschuss nachträglich genehmigt“, so Esch. Dass der Test nicht bei allen Beuelern gut ankommt, bekam der Tiefbauamtsleiter während der Ampelabschaltung zu spüren.

Eine Fahrradfahrerin hielt an und konfrontierte Esch mit dem Vorwurf, dass die Stadt nicht an die älteren Bürger denken würde, denn diese müssten nun Umwege in Kauf nehmen. In unmittelbarer Nähe befindet sich allerdings der Fußgängerüberweg zur Haltestelle der Straßenbahnlinie 66 und zum Facharztzentrum. „Natürlich ist das ein Umweg“, gibt Esch zu, allerdings sei es auch ein machbarer. Er entgegnet auch der Annahme einer  anderen Fußgängerin, die sich auf dem nun gesperrten Überweg sicherer fühlte als auf dem anderen, der zu der Haltestelle führt. „Dort ist immer ein Gewusel, so viele Menschen und Busse stehen dort“, sagte die Frau dem GA. Dem entgegnete Esch mit Verweis auf den kleinen Mittelstreifen des nun gesperrten Überganges. „Dort finden nicht viele Menschen Platz – das ist beim Übergang zur Straßenbahn anders“, so Esch, „ich bin mir aber sicher, dass der gesperrte Fußgängerüberweg in den kommenden Wochen noch für viele Diskussionen führen wird“.

Indes hoffte Peter Esch, dass die Menschen nicht einfach an der Sperrung vorbei über die Straße laufen. Die Hoffnung wurde ihm schnell genommen, da einige Passanten die Sperrung einfach ignorierten.