Stadt-Entwicklung des Beueler Ostens: beauftrate Gutachter und die Initiative Quartiersentwicklung stellte Planungen vor

Anträge für Fördergelder im Sommer 2020 : Entwicklung des Beueler Ostens nimmt Fahrt auf

Das Quartier Beuel-Ost soll in den kommenden Jahren ausgebaut und strukturell neu entwickelt werden. Die beauftragten Gutachterbüros wollen bereits Mitte 2020 die ersten Förderanträge stellen.

Die von Stadt, Politik und Bürgerschaft gewünschte strukturelle Entwicklung des Beueler Ostens hat im Verlauf der vergangenen 365 Tage so viel Fahrt aufgenommen, dass so mancher Besucher der jüngsten Bezirksvertretungssitzung ins Staunen geriet. Die vom Stadtrat mit der Ausarbeitung des Gutachtens beauftragten Planungsbüros "Plan Lokal" aus Dortmund und "Projekt 2508" aus Bonn stellten jetzt ein ambitioniertes Arbeitsprogramm und eine eng begrenzte Projektzeitschiene vor. Ein Beispiel: Bereits im Sommer 2020 wollen die Gutachter erste Förderanträge in Richtung Düsseldorf an die Landesregierung schicken.

Die Stadtplaner Alfred Körbel, Olaf Kasper und Hans-Helmut Schild strahlen jedenfalls Optimismus aus und sind zuversichtlich, dass sich aus dem Quartier rund um die Halle Beuel Zukunftweisendes herausholen lässt. Die Bahnlinie parallel zur Königswinterer Straße stellt für die Raumplaner eine Barriere dar, die es städtebaulich zu überwinden gilt. Der Bahnhof als Grenze zwischen der Innenstadt und dem Beueler Osten habe bislang einen zeitgemäßen Umbau des Beueler Ostens verhindert. "Das Quartier birgt viel Potenzial, weil viele Flächen unter Wert genutzt werden - vor allem auf dem Gelände der Halle Beuel.

Stadterneuerung steht im Vordergrund

Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, können wir gemeinsam viel erreichen", erklärte Stadtplaner Alfred Körbel. Für ihn geht es dabei nicht um eine Sanierung des Areals, sondern um eine Stadterneuerung. Allerdings wollen sich die Gutachter noch nicht auf einen starren Untersuchungsraum festlegen. Die Stadt Bonn hat zwar Grenzen für das Quartier festgelegt, aber Körbel machte deutlich: "Wenn wir im Verfahren merken sollten, dass die vorgegebenen Grenzen an dieser Stelle nicht sinnvoll erscheinen, werden wir leichte Veränderungen vornehmen." Wichtig ist den Planern, dass im Gutachten sowohl Maßnahmen zur Verbesserung des Ist-Zustands bei Kultur, Wohnen und Arbeiten als auch beim Verkehr berücksichtigt werden. "Ein besonderes Augenmerk werden wir aber auf das Thema Kulturachse legen, weil Beuel auf dem Feld der freien Kultur und der sogenannten Hochkultur einiges zu bieten hat", betonte Körbel. Damit die Dortmunder Stadtplaner auch die lokalen Feinheiten in Beuel kennenlernen und entsprechend berücksichtigen können, haben sie sich mit Hans-Helmut Schild von "Projekt 2508" einen Beueler Fachmann an die Seite geholt, der sich rechts und links des Rheins von Hause aus gut auskennt.

Beiden Büros ist eine intensive Bürgerbeteiligung wichtig. Auch die Aktivitäten der Initiative Quartiersentwicklung seien sehr hilfreich. "Wir wollen uns mit der Initiative abstimmen und voneinander profitieren", sagte Körbel. Erste Zwischenergebnisse wollen die Gutachter zum Jahreswechsel vorlegen.Werner Koch, Sprecher der Quartiers-Initiative, gab sich nach einem Treffen mit den drei Stadtplanern ebenfalls zuversichtlich: "Ich habe den Eindruck, dass alle Beteiligten positiv an die Arbeit gehen wollen."

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