Hündin Frida findet Bettwanzen überall: Spürhund zum Einsatz gegen Bettwanzen in Beuel ausgebildet

Hündin Frida findet Bettwanzen überall : Spürhund zum Einsatz gegen Bettwanzen in Beuel ausgebildet

Frauchen Evelyn Fischer hat den ersten Spürhund zum Einsatz gegen Bettwanzen ausgebildet. Seit diesem Sommer ist Frida für diesen Einsatz zertifiziert nach den Richtlinien der „Bed Bug Foundation Europe“.

Frida ist eine echte Spürnase – für Bettwanzen. Die Hündin ist als erster „Bettwanzenspürhund“ in der Region im Einsatz. Ihr Frauchen Evelyn Fischer schickt die milchkaffeeweiße Hundedame in die Betten ihrer Kunden, um einem möglichen Befall mit Bettwanzen auf die Spur zu kommen. Seit diesem Sommer ist Frida für diesen Einsatz zertifiziert nach den Richtlinien der „Bed Bug Foundation Europe“. Diese nach eigenen Angaben „internationale Non-Profit-Organisation“ hat es sich ihrer Webseite zufolge zum Ziel gemacht, der Ausbreitung von Bettwanzen entgegenzuwirken.

Nach einer einjährigen Ausbildung durch die „Bug-Buster“ ist Frida nun in der Lage, einzelne Wanzen in allen Entwicklungsstadien sowie deren Eier zu orten und exakt anzuzeigen, erklärt Fischer, die von der Leistung ihrer Hundedame begeistert ist. Frieda ist ein Lagotto Romagnolo, und ihre Rassekollegen dürfen in der Regel Leckereres erschnuppern – zumindest aus menschlicher Sicht: Die Vertreter der Hunderasse, die wie ein schlanker Pudel aussehen, werden in Italien gerne als Trüffelhunde eingesetzt.

Bettwanzen verbreiten sich epidemieartige

„Hat man die Bettwanzen erst einmal im Haus, vermehren sie sich rasant und breiten sich in allen Räumen einer Wohnung oder eines Hauses aus“, erläutert Fridas Frauchen. Nur wenn der Befall rechtzeitig erkannt werde, könne eine epidemieartige Verbreitung verhindert werden: „Eine Behandlung gegen Bettwanzen ist sehr kostenintensiv, und deshalb ist es wichtig, frühzeitig festzustellen, ob tatsächlich ein Befall vorliegt und wie umfangreich er ist“, so die gelernte Sozialpädagogin, die in Oberkassel lebt. Bettwanzen sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in Ritzen und Spalten. „Ein Weibchen legt bis zu fünfzehn Eier pro Woche“, weiß Fischer, die sich mit Frida beruflich neu orientieren will. Wo der Mensch zur Sichtung der Bettwanzen Einrichtungen demontieren müsse, biete die trainierte Hundenase eine zeit- und kostensparende Alternative. Um auf Nummer sicher zu gehen, werde oft zu viel bekämpft, obwohl nur ein Teil der Räume betroffen sei, so Fischer. Weil Frida aber gelernt habe, tote Wanzen zu ignorieren, könnten ihre Kunden bares Geld sparen. Und „schnüffeln statt sprühen“ sei zudem noch viel umweltfreundlicher.

Tatsächlich begünstigt die weltweit zunehmende Mobilität den Vormarsch von Bettwanzen. Neben den jährlich circa anderthalb Millionen Übernachtungsgästen in Bonn sorge auch der internationale Handel besonders mit gebrauchten Waren für die rasante Ausbreitung der Plagegeister. Als blutsaugende Parasiten verursachen Bettwanzen schmerzhafte Stiche und sogar schwere Hautschädigungen.

Zu tun haben Frida und ihre vierbeinigen Kollegen laut Fischer genug: Auf der Suche nach den Plagegeistern arbeiten Bettwanzenspürhunde inzwischen im Auftrag von Hotelketten, Reiseanbietern und Privatpersonen. Die schätzen Fischer zufolge noch etwas anderes: Der Einsatz eines Hundes ist diskreter als der eines Schädlingsbekämpfungskommandos.