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Pfarrheim St. Josef: Spritzige Pointen und launige Anekdoten

Pfarrheim St. Josef : Spritzige Pointen und launige Anekdoten

"Entscheiden Sie bitte jetzt, wer am Ende für die Heimfahrt zuständig ist." Ingo Konrads Aufforderung gleich zu Beginn seines Bühnenprogramms "Freunde schöner Göttertropfen" im Pfarrheim von St. Josef war für das Publikum nicht leicht zu entscheiden.

Denn der Weinkabarettist aus Remagen animierte mit spritzigen Pointen und launig-respektlosen Anekdoten rund um den Rebensaft zum Genuss von Pfälzer Grauburgunder und sizilianischem Rotwein, der bei der Benefizveranstaltung der Nepomuk-Stiftung verköstigt wurde. Hinzu kam der verlockende Gesundheitstipp, dass drei Flaschen Wein den Kaliumbedarf eines Erwachsenen abdecken.

Mit leichtfüßiger Ironie und luzider Lässigkeit nahm der Kabarettist aus Remagen das Publikum mit auf eine süffige Zeitreise von den sinnesfreudigen Griechen bis zu den ökologisch korrekten Genießern der Moderne. Ausgelassenes Feiern und Trinken zieht sich wie ein bordeauxroter Faden durch die Historie der Menschheit und bergen groteske Episoden, die Konrads lustvoll ausbreitete.

Geahnt hat man es ja schon immer: Die mittelalterliche Novellensammlung "Decamerone" war nichts anderes als ein Poetry-Slam mit Komasaufen und Fummelei. Und als Goethe ("Ein Trinker vor dem Herrn") seinerzeit mit leerem Einkaufswagen den Discounter in Weimar verließ und Schiller begegnete, soll er den weisen Satz gesagt haben: "Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken." Nicht nur dem Wein, sondern sogar dem Korken wusste Konrads mit einer Ode zu huldigen.