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Anstieg von Vorfällen: Sprayer verschandeln Beueler Rheinufer

Anstieg von Vorfällen : Sprayer verschandeln Beueler Rheinufer

Die Stadt Bonn hat in den vergangenen Wochen vermehrt Graffiti am Beueler Rheinufer festgestellt. Auch jugendliche Gruppierungen machen Sorgen. Ab April soll das Ordnungsamt hier vermehrt Streife gehen.

Das Thema Sicherheit und Sauberkeit am Beueler Rheinufer beschäftigt nach wie vor Politik, Stadtverwaltung und Bürger. Jüngster Vorfall: Am vergangenen Wochenende haben jugendliche Sprayer an zahlreichen Stellen zwischen der Rheinfähre und dem China-Schiff ihre "Duftmarken" hinterlassen. Selbst Bröckemännche und Bröckeweibchen, die Symbolfiguren der Bonn-Beueler-Brückenliaison, wurden nicht verschont. Das städtische Ordnungsamt will ab Anfang April wieder mit den Sicherheitsstreifen am Rheinufer beginnen.

Karsten Dusse, der mit seiner Familie direkt am Rheinufer wohnt, beobachtet seit etwa vier Jahren die Szene am Strom und kommt zu der Erkenntnis: "Das Milieu hat sich entwickelt. Es ist lauter, gewalttätiger geworden. Am Rhein treffen Gruppierungen aufeinander, die sehr unterschiedliche Vorstellungen von Freizeitgestaltung ausleben." Dusse, von Beruf Jurist, ist bei Vorfällen in ständigem Kontakt mit Polizei und Ordnungsamt. "Aber bis die Einsatzkräfte vor Ort sind, sind die Jugendlichen in aller Regel wieder verschwunden. Manchmal warte ich 40 Minuten, bis jemand am Rheinufer eintrifft", so der junge Familienvater. Die beiden bewaffneten Raubüberfälle im vergangenen Jahr haben ihn veranlasst, einen Bürgerantrag an Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus zu richten, in dem er höchst besorgt seine Erfahrungen geschildert und um Abhilfe gebeten hat.

Nach der Debatte in der Bezirksvertretung Beuel wurde ein Ortstermin mit allen am Thema Beteiligten festgelegt, der jetzt am Rheinufer stattfand. Carsten Sperling, für die Ordnungsdienste zuständiger Abteilungsleiter bei den städtischen Bürgerdiensten, bestätigte, dass die Szene sich als "störend in Beuel etabliert" hat. "Die Kontakte mit der Klientel sind auch gewaltlastiger geworden, weshalb wir immer wieder mal die Polizei hinzuziehen müssen. Die Vorkommnisse am Beueler Rheinufer haben um 50 Prozent zugenommen", erklärte Sperling den Vertretern der Politik und dem Antragsteller.

Ordnungsdienst läuft ab April Streife

Die Stadt Bonn, die laut Ratsbeschluss in den Monaten Mai bis September Streife in den auffälligen Stadtgebieten läuft, will in diesem Jahr bereits ab April den Ordnungsaußendienst einsetzen. "Da wir sieben zusätzliche Stellen genehmigt bekommen haben, sind wir jetzt mit 26 Kollegen unterwegs", sagte Sperling. Ein Grund für die personelle Aufstockung ist, dass die Stadt registriert hat, dass die Jugendlichen sich "besser benehmen", wenn der Ordnungsdienst Streife läuft. Als Gegenmaßnahmen bei Zuwiderhandlungen gegen Anweisungen kann die Streife die Personalien der Übeltäter aufnehmen, einen Platzverweis erteilen oder schlimmstenfalls auch mit Hilfe der Polizei die Täter in Gewahrsam nehmen lassen.

Bezirksbürgermeister Guido Déus verwies darauf, dass es in Beuel einen unregelmäßig tagenden Runden Tisch zu den Themen Sicherheit und Sauberkeit gibt: "Wir haben die Finger am Thema, sind aber dankbar für jeden Hinweis aus der Bürgerschaft." Und in Richtung Stadt sagte er: "Wenn die Politik gefragt ist, werden wir erforderliche Beschlüsse fassen, um die Verwaltung in ihren Bemühungen zu unterstützen."Karsten Dusse erinnerte auch an die Scherben- und Flaschenproblematik am Rheinufer: "Kleinkinder kann man nicht mehr bedenkenlos am Boden krabbeln lassen, weil gerade nach Wochenenden überall Glasscherben liegen und die Mülleimer überquellen." Auch dieses Thema will Sperling verwaltungsintern noch einmal ansprechen. Bei aller Kritik betonte Dusse aber: "Wenn die Ordnungskräfte vor Ort sind, läuft alles bestens ab. Das liegt auch an der Ruhe und Freundlichkeit der Einsatzkräfte."

Carsten Sperling sagte zu, einen Bericht über den Verlauf der Ortsbegehung zu schreiben und diesen an die Bezirksvertretung Beuel weiterzuleiten.