Auktion der Beueler Briefmarkenfreunde: Spannendes Bietergefecht um Los 39

Auktion der Beueler Briefmarkenfreunde : Spannendes Bietergefecht um Los 39

Insgesamt 1266 Lose warteten darauf, ersteigert zu werden - das konnte dauern. Und es traf sich daher gut, dass sich das Vereinslokal der Beueler Briefmarkenfreunde in der Gaststätte "Zum Treppchen" befindet.

So saßen die Philatelisten während der Auktion nicht auf dem Trockenen.

Viele Lose wurden en bloc aufgerufen, die Bieterschritte reichten je nach Mindestgebot von einem über fünf bis zu zehn Euro. Die Auswahl reichte von Zubehör wie dem Leuchtturm-Vordruckalbum "Altdeutschland" über einzelne Briefmarken aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt bis zu kompletten Sammlungen, die nicht ganz so philatelistisch veranlagte Menschen geerbt hatten und nun zu klingender Münze machen wollten.

"Nachdem unsere traditionelle Auktion im letzten Jahr leider ausfallen musste, hat sich natürlich so einiges angesammelt", erklärte der Vereinsvorsitzende Christian Gräßler. "Dennoch waren wir um kurz nach neun mit dem Programm durch."

Gräßler ist mit seinen 49 Jahren einer der Jüngeren in seinem Verein. "Unser Hobby hat leider deutliche Nachwuchsprobleme", erzählt er. "Bei vielen Jugendlichen heißt es nur noch: Briefmarken-sammeln ist uncool." Eine Idee, auf die Gräßler in seiner Jugend nie gekommen wäre: Er hat sein Hobby quasi mit der Muttermilch aufgesogen und ist von Briefmarken umgeben, seit er denken kann.

"Ich denke, viele fangen als Kinder mit dem Sammeln an, und als reifere Erwachsene erinnern sie sich wieder an die leuchtenden Augen, die sie bekamen, wenn denn eines der in ihrer Sammlung noch fehlenden Stücke bei einem Sammlertreffen plötzlich vor ihnen lag." Aber schlimmer als das fehlende Mittelfeld - die Menschen zwischen zwanzig und vierzig - wiegt inzwischen der fehlende Nachwuchs. Bereits im vergangenen Jahr musste die vereinseigene Jugendgruppe aufgelöst werden. "Es ist die Jugend, die wir für unser Hobby wieder mehr begeistern müssen", schildert er die Situation der Sammler.

Die alten Hasen sorgten aber mit ihrem Enthusiasmus dafür, dass fehlende Jungsammler bei der Auktion kaum auffielen. Bietergefechte wie das um die Losnummer 39 ließen an Spannung nichts zu wünschen übrig. Im Katalog mit hundert Euro angegeben, überboten sich zwei Interessenten an der fast kompletten Sammlung von Dienstmarken aus dem Deutschen Reich so lange, bis einer den Zuschlag für die doppelte Summe erhielt. Damit war das obere Ende der Preisskala allerdings noch lange nicht erreicht. Teuerstes Auktionsstück des Abends war ein Briefmarkenblock aus Österreich: Er wechselte für 1000 Euro seinen Besitzer.

Info

Die Beueler Briefmarkenfreunde treffen sich an jedem ersten Mittwoch des Monats in der Gaststätte "Zum Treppchen" in der Marktstraße in Pützchen. Weitere Informationen finden Philatelisten der Region und solche, die es noch werden möchten, auch im Internet unter www.briefmarken-beuel.de

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