Sitzung von GA und Nepomuk-Stiftung: So war die dritte Nostalgie-Sitzung in Beuel

Sitzung von GA und Nepomuk-Stiftung : So war die dritte Nostalgie-Sitzung in Beuel

Die dritte Nostalgie-Sitzung des GA und der Nepomuk-Stiftung im Beueler Zeughaus war beste Werbung für den traditionellen Karneval, der manchmal eben auch mit leisen Tönen daherkommt - augenzwinkernd und nicht minder unterhaltsam.

Die Frage, die sich die Literaten im Karneval stellen, ist immer dieselbe: Was braucht es für eine gute Sitzung und einen gefüllten Saal? Die Antwort darauf hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr in Richtung Party-Karneval verschoben. Je lauter, desto besser. Die leisen Töne verschwinden dabei zunehmend. „Und genau diesen Trend wollen wir mit der Nostalgie-Sitzung brechen“, sagt Hans Hallitzky, Kommandant der Beueler Stadtsoldaten. Mit Erfolg: Das Zeughaus in der Kennedybrücke war am Mittwochabend bei der dritten Nostalgie-Sitzung des GA und der Nepomuk-Stiftung restlos ausverkauft – oder vielmehr besetzt. Denn die rund 250 Karten gab es kostenlos, die Gäste waren angehalten, etwas zu spenden.

Und das taten sie natürlich gerne. „Das ist für mich ein Grund, warum ich gerne hierhin komme“, sagte Marlies „Mü“ Mühlens. Diesmal ging der Erlös, der bei 2450 Euro lag und durch die Beueler Stadtsoldaten noch um 400 Euro erhöht wurde, an ein Projekt für Hilfsbedürftige aller Altersklassen der Caritas Beuel-Ost. Die 77-Jährige „Mü“ hatte schon die beiden ersten Sitzungen besucht. Genauso wie ihre Sitznachbarin Doris Deneer reizt sie das „nostalgische Programm“ – die Redebeiträge. „Und man sieht hier natürlich all die Beueler wieder“, so Deneer.

Dazu gehörte auch Hanne Hufschmidt – die allerdings nicht nur im Publikum saß, sondern sich auch als Erste auf die Bühne wagte. Als Gattin des ehemaligen Bonner Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch konnte sie natürlich viel aus dem Leben eines Stadtoberhauptes plaudern – passend zum Sitzungsmotto „Jecke Klaaf, Beuel Alaaf“. Da ist neuerdings beispielsweise Nimptschs Ruhestands-Hobby, Urlaubskataloge durchzublättern. Nicht etwa, um eine Reise zu buchen. „Sondern um zu sehen, wie viel Geld man sparen kann!“ Als selber schon „nostalgisch und unter Denkmalschutz stehend“ kündigte Moderator Ralf Birkner die Musiker von „Drei.1“ an. „Natürlich nur auf die jahrelange Bühnenerfahrung bezogen“, erklärte er sich kurze Zeit später. Spätestens, als sich die Jecken schunkelnd beim Willi-Ostermann-Medley in den Armen lagen, war das Eis gebrochen. Das gefiel Sänger und Gitarrist Franz Wahl besonders. „Die Leute feiern mit und sind trotzdem aufmerksam. Das ist ursprünglicher Fastelovend.“

Wie wichtig es war, genau zuzuhören, wurde beim Duo Knubbelefutz un Schmalbedaach deutlich. Gesang und Rede wechselten sich ab – nicht laut, aber stets lustig. Da erzählte Schmalbedaach von seiner ersten Band, den „Brausetabletten“. Knubbelefutz schaute ihn nur fragend an: „Was spielen die denn?“ Seine Antwort: „Nicht so wichtig, die haben sich schnell aufgelöst.“ Die Besucher brüllten vor Lachen.

Genauso wie beim Auftritt des Beueler Damenkomitees St. Josef, das sich der Küchenmaschine Thermomix in all ihren Facetten widmete. Ob Kamelle produzieren, Saal dekorieren oder Kostüme nähen: Für jede bönnsche Lebenslage ist die Maschine der perfekte Begleiter. Und das Damenkomitee war der perfekte Begleiter für Wäscherprinzessin Ariane, schließlich kommt sie aus den eigenen Reihen. Willi Armbröster betrat als Gastarbeiter das Zeughaus und verzällte aus seinem Leben – vor allem von den Abgaben, die er zu leisten hat: „Zehn Mark für den Pfarrer und die Kirchensteuer schützen vor dem Fegefeuer.“ Ihm schlossen sich Ina Harder und Monika Fritsche mit einem karnevalistischen Zwiegespräch an.

Die Dilledöppchen aus Liküra zeigten ihren aktuellen Showtanz. Tänzerisch gab es zudem Unterstützung von außerhalb: Aus der Nachbarstadt am Rhein reisten die Kölschen Harlequins der KG Alt-Köllen vun 1883 an, wobei es noch einmal eng wurde auf der Bühne. Ganz fremd waren sie dem Beueler Fastelovend aber nicht: Zuvor waren sie schon mit den Beueler Stadtsoldaten im Würzburger Fasching unterwegs. Die Band Schäng sang diesmal unplugged – das passte zu den leisen Tönen.

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