Indie, Alternative und Punk-Rock: So war das Green Juice Festival in Beuel

Indie, Alternative und Punk-Rock : So war das Green Juice Festival in Beuel

Am Wochenende fand das Green Juice Festival in Villich statt. Die Veranstalter zeigen sich zufrieden. An beiden Tagen kamen etwa 4500 Besucher.

Natürlich erinnert sich Adam Grahn an jenen Tag im August 2017: „Wir saßen genau hier und haben auf den Schlamm geschaut“, erzählt der Sänger der Band Royal Republic, während er am Samstagnachmittag im Backstage-Bereich des Green Juice Festivals sitzt. Damals fiel der erste Auftritt der Musiker auf dem Green Juice im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser: „Jemand sagte uns, wir können nicht auftreten, da das Gelände im Schlamm versinkt.“

Nachdem sie damals anstatt auf der Festivalbühne unter einem Pseudonym im Brückenforum spielten, war die schwedische Rockband jetzt zurückgekehrt, um ihre große Bühnenshow nachzuholen. Sie legten zum Abschluss des zweitägigen Musikspektakels einen umjubelten Auftritt hin, der gleichzeitig der Abschluss ihrer Sommertour war: „Wir können uns keinen besseren Ort vorstellen, unsere Tour zu beenden, danke an das ganze Organisationsteam“, sagte Grahn, nachdem kurz vor 23 Uhr der letzte Song gespielt und ein Feuerwerk über der Bühne abgeschossen war.

Im Laufe des Tages hatten die rund 4500 Besucher – fast genauso viele wie am Freitag – bereits mit zahlreichen anderen Bands aus den Bereichen Indie, Alternative und vor allem Punk-Rock abgefeiert. Die regionalen Newcomer „Chin Up“ hatten den Festival-Samstag zur Mittagszeit eröffnet. „Unfassbar, dass schon so viele Leute hier sind“, sagte Sänger Freddy Haffner. Für „Chin Up“ war an diesem Tag nicht nur der Auftritt etwas ganz Besonderes: „Wir geben gleich unsere allererste Autogrammstunde. Das ist uns schon ein wenig unangenehm“, sagte Haffner lachend.

Währenddessen bereitete sich die Bonner Ska-Punk-Band Roskapankki auf ihren Auftritt vor. Die Vorfreude auf den Gig war groß, ebenso die Erwartungen an das Publikum: „Im Idealfall wippen und tanzen alle Leute bei unserem Auftritt bis hinten durch und rasten aus“, sagte Bassist Florian Heckmann. Schon bei der ersten Nummer deutete sich an, dass die Erwartungen des Sängers erfüllt werden sollten: Vor der Bühne ging trotz früher Stunde der Punk ab. „Das ist jetzt Frühsport“, sagte Sänger Julian von der Burg. Bereits vor dem Auftritt zeigte er sich froh, dass es das Green Juice gibt: „Es gibt so viele Techno-, Schlager- und Karnevalspartys in der Region. Das hier ist das einzig verbliebene Rockfestival in Bonn. Es ist unfassbar wertvoll, dass die Anwohner dieses Festival mitten im Wohngebiet unterstützen.“

„Insgesamt ein voller Erfolg“

Nach den Auftritten der Bands war stets genügend Zeit, sich an den Imbissen zu stärken, um zur nächsten Band wieder ganz vorne an der Bühne zu stehen. Wer in den Konzertpausen lieber tanzen wollte, begab sich zur Nebenbühne, auf der DJs auflegten, bis die nächste Band auf der Hauptbühne loslegte. Während des Auftritts von „Sondaschule“ hatten die Ordner im Bühnengraben alle Hände voll zu tun: Alle paar Minuten landete ein neuer Crowdsurfer bei ihnen, der sich von den Fans bis zum Bühnengraben tragen ließ.

„Insgesamt war das Green Juice Festival ein voller Erfolg“, sagte Julian Reininger, der das Festival 2008 mit gerade mal 13 Jahren ins Leben rief und es bis heute mit seinem Bruder Simon als Veranstaltungsagentur Forisk Entertainment organisiert. Und der Regen? Blieb bis auf wenige kurze Schauer aus. „Wir sind allerdings jetzt sehr gut auf diese Situation vorbereitet und hätten verschiedene Gegenmaßnahmen ergreifen können“, sagte Reininger.

Mit Ende des Festivals hat gleichzeitig auch der Vorverkauf fürs kommende Jahr begonnen. Das Green Juice Festival 2020 findet vom 31. Juli bis 1. August statt. Karten können zum Frühbucherpreis von 35 Euro via bonnticket.de sowie an den Vorverkaufsstellen erworben werden.

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