Feijoada-Fastenessen in Christ König: Sklavenspeise in einer Luxusversion

Feijoada-Fastenessen in Christ König : Sklavenspeise in einer Luxusversion

Zum 30. Mal hat am Sonntagmorgen die Christ König-Gemeinde ihre Fastenzeit in Solidarität mit ihrer Partnergemeinde begonnen, die in einer Lepra-Kolonie bei Rio de Janeiro in Brasilien liegt. Einen Parkplatz in der Nähe der Pfarrkirche Christ-König zu finden, war fast unmöglich. Auch einen Sitzplatz in der Pfarrkirche konnte man nur mit sehr viel Glück ergattern.

Das Interesse der Gemeinde an den Berichten aus der Partnergemeinde war groß. Doris Hausbrand vom Ausschuss Frieden - Entwicklung - Mission, der sich um die Belange der Partnergemeinde kümmert, las während der Sonntagsmesse, die Pater Thomas Arakkaparambil hielt, den Dankesbrief von Schwester Jacquelin aus Brasilien vor. Sie bedankte sich darin für die Unterstützung der Katholischen Kirchengemeinde Christ König.

Die Gemeinde unterstützt seit 2011 die Grundschule Educandário Sao José. Mit 1400 Euro monatlich werden die Gehälter von sechs Lehrerinnen, selbst einmal Schülerinnen, sichergestellt. Die Schule wurde 1978 vom Franziskanerorden gegründet. Zu den Unterrichtsfächern gehören Informatik, Fußball oder Handarbeit.

Die Kinder dort sind zum Teil Waisen. Sie werden nicht an staatlichen Schulen akzeptiert. Der Grundschule Sao José wurden 2011 die staatlichen Mittel gestrichen, die Klassen mussten reduziert werden. "Uns geht es darum, dass die Kinder in der Lepra-Kolonie auch weiterhin die Chance für eine gute Grundausbildung erhalten", sagte Doris Hausbrand.

Traditionell gab es nach der Messe ein Feijoada-Fastenessen im Pfarrheim. Feijoada, Reis mit schwarzen Bohnen, ist eigentlich ein preiswertes Essen der Sklaven in Brasilien. "Bei uns gibt es allerdings die Luxusversion", lachte die ehrenamtliche Chefköchin Renate Brecht: "Reis, schwarze Bohnen, Speck, Knoblauch, Zwiebeln, Rotwein, Chili, Paprika, Cayennepfeffer und kleingeschnittene Mettwürste."

Wer wollte, spendete für einen Teller Feijoada. Für Kinder stand auch Milchreis zur Auswahl. Feijoada gibt es in Brasilien täglich für die Kinder, Lehrerinnen und Angestellten der Schule. Das eingenommene Geld in Holzlar, ist für die sechs Lehrerinnen in Brasilien vorgesehen.

Feijoada-Rezept:
Für vier Personen: 250 g schwarze Bohnen über Nacht einweichen und in gekörnter Brühe etwa zwei Stunden kochen. 150 g Speck auslassen und mit 150 g Zwiebeln anbraten. Drei gestückelte Knoblauchzehen und eine geschnittene Mettwurst hinzugeben. Saft einer Zitrone, ¼ l Rotwein, 1 TL Paprikapulver und je ½ TL Cayennepfeffer und Chilipulver verrühren und hinzugeben. Zum Schluss mit 100 g gekochtem Langkornreis verrühren.

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