"Buscival“ in der Beueler Brotfabrik: Shakespeare-Potpourri begeistert Besucher

"Buscival“ in der Beueler Brotfabrik : Shakespeare-Potpourri begeistert Besucher

Bonn University Shakespeare Company zeigt zum 25-Jährigen eine Kostprobe ihres Könnens - von ernst bis lustig. Mitglieder entscheiden, welches Stück gespielt wird.

Mit einem offenen Abend ehrte die Bonn University Shakespeare Company (BUSC) ihr 25-jähriges Bestehen und damit auch gleichermaßen sich selbst als Ensemble. Alles drehte sich an diesem Abend in der Brotfabrik rund um die Geschichte des BUSC und den Zuschauern bot sich ein buntes Potpourri unterschiedlichster Beiträge. „Wir werden heute sowohl zwei Musikbeiträge präsentieren, außerdem noch zwei Kurzstücke, eines davon ist ,much ado about nothing' und das andere ,Antonio'“, sagte Vorstandsvorsitzender Peter Schild.

Letzteres widmete sich auf künstlerische und schauspielerische Weise der Frage, was wäre, wenn all die Antonios aus Shakespeares Stücken in Wirklichkeit ein und dieselbe Person wären. Aus den einzelnen Stücken und entsprechenden Eskapaden wurden dem Publikum also, bekannt in englischer Sprache, die zusammenhängende Suche nach Sinn und Liebe präsentiert. Insgesamt gab es beim Buscival 13 Beiträge zu sehen, sowohl Sonette wurden gelesen und ebenfalls Monologe vorgetragen – von ernst bis lustig, unterhaltsam bis nachdenklich gab es alles zu sehen. „Dies ist der Auftakt unseres Geburtstagsjahres und vermutlich werden wir noch ein paar fehlende Stücke Shakespeares in dieser Zeit zum ersten Mal inszenieren“, verriet Schild. Denn in mehr als 50 Produktionen wurde bereits mehr als die Hälfte der Werke umgesetzt, doch beispielsweise drei der Rosenkriege würden noch fehlen.

Auf „King Lear“ oder „Coriolanus“ dürften sich die Zuschauer jedoch bereits freuen. „Eines der beiden Stücke wird in jedem Fall umgesetzt, es kann sogar sein, dass wir uns zu einer Doppelproduktion für den Sommer entscheiden“, verriet der Vorstandsvorsitzende. Der Begeisterung des Publikums nach zu urteilen, wird es viele von ihnen wohl in kommende Produktionen locken. Die Worte vom Beginn des Abends – „Wir haben viele Ideen für euch gesammelt, und ihr werdet einiges zu sehen bekommen“ – bewahrheiteten sich bereits beim ersten präsentierten Stück „Antonio“. Mit wenig Requisiten, dafür mit umso mehr Leidenschaft beim Spielen kristallisierte sich ein Antonio heraus, wie ihn das Publikum noch nicht kannte. Sowohl das Verliebtsein wurde thematisiert, wie gleichermaßen die Traurigkeit, wenn der Protagonist ehrlicherweise von sich gibt „I don't know, why I am so sad“.

Um den Abschluss des Geburtstagsjahres gebührend zu feiern, kündigte das Ensemble bereits bei ihrer Auftaktveranstaltung an, ein weiteres Buscival zum Ende des Jahres zu planen. „Natürlich nehmen wir auch wieder an der Theaternacht teil, und wir überlegen, ob wir ein Stück im Freien aufführen sollen, aber da müssen wir noch schauen, wie wir uns entscheiden“, sagte Schild. Denn es sind die Mitglieder selbst, die mehrheitlich entscheiden, welches Stück mit welchem Konzept schlussendlich umgesetzt wird. Eines scheint sicher – Bonns führende studentische Theatergruppe wird auch in diesem Jahr viel Spannendes und Unterhaltsames auf die Bühne bringen.