Eiscafé Olivotti im Beueler Zentrum: Seit 50 Jahren ein eingespieltes Team

Eiscafé Olivotti im Beueler Zentrum : Seit 50 Jahren ein eingespieltes Team

Das Eiscafé Olivotti im Beueler Zentrum ist eine Institution und feiert sein 50-jähriges Bestehen. Die jetzige Inhaberfamilie erzählt von Eistrends und -flopps.

Manchmal spielt eben auch der Zufall eine Rolle. Einer der Renner unter den Sorten im Eiscafé Olivotti ist das Joghurt-Amarena-Mousse, das in der Produktion durch ein Versehen entstand, wie Paolo Schwarz von der Inhaberfamilie erzählt. „Das Mousse lief dann gleich so gut, dass wir es sofort auf die Tafel geschrieben haben.“ Wir treffen den 43-Jährigen zusammen mit seiner Frau Kim und ihrem gemeinsamen Sohn Sydney (5) sowie Kims Mutter Catharina Schwarz an einem Mittwochvormittag im Eiscafé. Die Jalousien sind heruntergelassen, denn Mittwoch ist Ruhetag im Olivotti. Das ist der einzige Termin, an dem die Familie zwei Stunden Zeit hat für ein entspanntes Gespräch mit dem General-Anzeiger.

In diesen Tagen feiert das beliebte Eiscafé gegenüber der Neuen Filmbühne an der Friedrich-Breuer-Straße Jubiläum: Seit 50 Jahren werden an jener Adresse leckere Eisspezialitäten angeboten – entweder in der Waffel „auf die Hand“ oder im Glaspokal am Tisch im Café. Ursprünglich befand sich in dem Haus ein Fischgeschäft, bis die Eheleute Emo und Herta Olivotti dort im April 1967 ein Eiscafé eröffneten. Emo Olivotti stammte aus Pieve di Cadore bei Cortina d'Ampezzo, aus dem berühmten Tal der italienischen Eismacher, seine Gattin wurde in Österreich geboren.

Limette mit Basilikum

1993 stiegen dann Catharina Schwarz (Lieblingseissorte: Limette mit Basilikum), eine gebürtige Niederländerin, und ihr damaliger Mann Sandro Zandanel in das Geschäft ein. Zwei Jahre später übernahmen sie das Eiscafé und behielten den traditionsreichen Namen Olivotti bei. Seit 1994 zählt Catharinas Tochter Kim (Lieblingseissorte: Bacio) zum Team, und seit 1997 ist ihr Mann Paolo (Eisfavorit: Mandel mit Pistazienmousse) an Bord. Rund 30 verschiedene Sorten bietet die sympathische Familie mit ihren freundlichen Mitarbeitern an, darunter acht vegane Geschmacksrichtungen.

Die Spitzenreiter im Sommer heißen Limette-Holunder-Minze und Grapefruit-Prosecco, während die Sorte Cookies eher im Winter gefragt ist. Gibt es denn auch Sorten, die nicht so gut ankamen und wieder aus dem Angebot herausgenommen wurden? Die Familie überlegt nicht lange und nennt Lakritz und Ingwer. Dabei wird Lakritzeis besonders von Catharina sehr geschätzt: „Das esse ich in Italien immer nach dem Skifahren.“ In der „Pipeline“ hat ihr Schwiegersohn Paolo schon die Sorten Mascarpone mit Pfirsich-Orange sowie gesalzenen Buttergrieß mit Karamell.

Birne-Rotwein-Parmesan

Wie entstehen solche Ideen für neue Sorten? „Das passiert spontan“, erklärt der 43-Jährige. „Man probiert aus, guckt dann, wie es ankommt, verbessert etwas oder lässt es weg.“ So hat er für eine der neuesten Kreationen (Birne-Rotwein-Parmesan) „die Birnenpaste schon zur Seite gelegt“. Das A und O seien gute Produkte, die richtigen Mengen und vor allem: Leidenschaft. „Das musst du gerne machen.“ Die vielen Stammgäste im „Olivotti“ wissen das zu schätzen. Man kann diese Leidenschaft förmlich schmecken. Übrigens gibt es bei Familie Schwarz, das soll nicht unerwähnt bleiben, auch traumhaft leckere Waffeln – und einen exzellenten Espresso.

Hinzu kommt die herzliche, familiäre Atmosphäre, die auch dann besteht, wenn es in dem Eislokal wie so oft so richtig brummt. „Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt Kim (44) zufrieden. Und ihre Mutter definiert schließlich das ideale Wetter für Betreiber eines Eiscafés: „24 Grad und Sonne.“ Der Sommer kann beginnen.

Für die Kunden am Fenster und die Gäste im Eiscafé bietet das Olivotti-Team am Dienstag, 14. März, von 14 bis 19 Uhr jede Kugel Eis für 50 Cents (statt 80 Cents) an. Das Eiscafé schließt dann bereits um 20 Uhr.

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