St. Adelheid Gymnasium: Sechs Studenten der Maastricht University stellten die EU vor

St. Adelheid Gymnasium : Sechs Studenten der Maastricht University stellten die EU vor

Dass die Europäische Union gar nicht so leicht zu begreifen ist, erfuhren die Schülerinnen der 9b vom St. Adelheid Gymasium am eigenen Leib. Satte anderthalb Stunden dauerte der komprimierte Einführungsvortrag, in dem es um Aufbau, Organisation, Politik und Kultur der Staatengemeinschaft ging.

Sechs "Euro-Teachers", allesamt Studenten von European Studies an der internationalen Maastricht University, kamen einen Tag lang für einen Europa-Workshop zu den 30 Schülerinnen. Weil die Klasse bilingual ist und dieses Jahr englischer Politikunterricht auf dem Plan steht, wurde sich auch nur auf Englisch unterhalten und diskutiert.

Schwerpunkt waren die drei Workshops, die sich mit Wirtschaft, Außenpolitik und Kultur beschäftigten. "Da merkten wir, was die EU für uns persönlich bedeutet", sagte Schülerin Theresa Bergmann. In drei Gruppen unterteilt erarbeiteten die Mädchen Plakate, die sie dann den Mitschülern vorstellten.

Sie erklärten beispielsweise, wie stark die wirtschaftlichen Beziehungen zu China sind, dass die Europäer sich für Menschenrechte im Kongo einsetzen und wie die Kulturen auf dem alten Kontinent zusammenhalten. Letzteres fand Leonie Tanzeglock am beeindruckendsten: "Wir können ja sogar ohne Passkontrollen über die Ländergrenzen fahren." Die sechs Studenten zeigten der Klasse auch auf, welche Möglichkeiten die EU ihnen bietet. Wie das Erasmus-Programm, mit dem Schüleraustausche zwischen den Staaten gemacht werden können.

"Für viele war die EU vorher ein ganz fremdes Gebilde", sagte Lehrerin Astrid Engels, die die 14- bis 15-Jährigen den Tag über begleitete. Sie vertrat Simone Wenzl-Malucha, die die Maastrichter an die Schule geholt hatte, am Projekttag aber erkrankt war. Der Kontakt zu den Studenten entstand über die ehemalige Schülerin Luisa Denich.

Die hatte 2010 ihr Abitur gemacht, studiert seitdem European Studies und arbeitet auch am Euro-Teacher-Programm mit. "Jugendliche brauchen einen konkreten Einblick, weil die EU gerade für junge Leute so abstrakt ist", erklärte sie. Seit zwei Jahren gibt es die Euro-Teachers, die über das "Youth in Action"-Programm der Europäischen Kommission finanziert werden.

Das Thema Europäische Union werden die Neuntklässlerinnen im Politikunterricht nun noch vertiefen. Die Euro-Teachers gaben ihnen einen ersten Einblick in die Staatengemeinschaft.

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