Klaus und Lotti Pott: Schwimmsport als Passion

Klaus und Lotti Pott : Schwimmsport als Passion

Klaus und Lotti Pott bringen in Beuel seit mehr als vier Jahrzehnten Kindern das Schwimmen bei. Vor kurzem haben die beiden Goldhochzeit gefeiert. Den SC Rhenus Beuel haben sie im Jahr 1983 selber gegründet.

Wenn ein Kind ebenso stolz wie erschöpf am Beckenrand anschlägt und zum ersten Mal 25 Meter alleine geschwommen ist, haben es Klaus und Lotti Pott mal wieder geschafft: Unzählige Bonner haben bei ihnen schon ihre ersten Schwimmzüge gemacht und noch immer stehen sie jede Woche im Schwimmbad, um Kindern das Schwimmen zu lehren.

Vor kurzem haben die beiden Goldhochzeit gefeiert, "im kleinen Kreis", wie Klaus Pott betont. "Dabei gab mein Vater uns damals höchstens ein Jahr" erinnert sich der charismatische Mann lachend.

Fast genauso lange wie ihre Ehe dauert mittlerweile die Arbeit im und am Schwimmbecken an: Seit 42 Jahren bringt das Ehepaar Pott Kindern ab drei Jahren das Schwimmen bei, Generationen lernten unter ihren Fittichen den Umgang mit dem kühlen Nass.

Dass inzwischen die Kinder von ehemaligen Schülern zu ihren Schwimmstunden kommen, empfinden die beiden durchaus als Anerkennung. Mit Zufriedenheit sehen sie, dass aus den Knirpsen von einst inzwischen oft beruflich erfolgreiche Erwachsene geworden sind.

Doch nicht nur die Kleinsten lernen von den beiden ehemaligen Bediensteten der Stadt Bonn. Denn wer sich schon sicher im Wasser fortbewegt, der kann auch die Abzeichen Bronze bis Gold in Angriff nehmen.

Im Laufe ihres langen Engagements, vor allem im SC Rhenus Beuel, den sie im Jahr 1983 selber gegründet haben, stand vom Leistungsschwimmen über Wassergymnastik bis hin zum Behindertenschwimmen fast alles schon mal auf ihrem Plan.

Das Aus des Behindertenschwimmens bedauert Klaus Pott noch heute. "Bis 2010 konnten wir dieses spezielle Angebot anbieten. Mit der Schließung des Viktoriabades fiel aber ein ganzes Stück Wasserfläche für uns weg, was dann leider das Aus für einige Angebote bedeutete."

Überhaupt sind ihm die Entwicklungen in Sachen Bäder in der Stadt ein Dorn im Auge. Darüber zu lästern liegt dem gebürtigen Kölner jedoch fern. Komisch sei es aber schon, dass im Zuge des Bäder-Gutachtens niemand von der Stadt Bonn das Gespräch mit ihm gesucht habe.

Die reduzierten Nutzungsmöglichkeiten der Bäder haben zur Folge, dass nicht mehr so viele Kurse wie früher angeboten werden können. In Relation gesehen sind daher die Beiträge pro Einheit gestiegen. Wer durch diesen vor große Probleme gestellt wird, für den findet der SC Rhenus immer eine Lösung. Auch eine Sozialberatung können die Mitglieder bei Klaus und Lotti Pott in Anspruch nehmen.

Von derartigen Problemen sind die kleinen Wasserratten noch weit entfernt, sie konzentrieren sich auf ihre ersten Schwimmzüge. "Die Arbeit mit Kindern", so der Schwimmlehrer, "ist für mich ein Lebenselixier." Seine Frau pflichtet ihm da bei. Mit Erwachsenen habe man schon eher mal Querelen, da seien die Kinder eine richtige Aufbauhilfe.

Ein Beispiel, das zeigt, wie viel Harmonie bei den beiden herrscht. Knallende Türen oder Funkstille gibt es im Hause Pott nie. "Lotti sagt ihre Meinung schon gerne sehr direkt. Aber wir sind beide vom Sternzeichen her Waage und verstehen uns nach all den Jahren quasi blind", verrät der 71-Jährige. Gemeinsam fahren die zwei außerdem viel Fahrrad und gehen im Urlaub auf Wandertour.

Die Badehose sei dann zwar auch im Gepäck, käme aber nicht so oft zum Einsatz wie zu Hause. Nachdem sie im Sommer bis zu fünf Mal wöchentlich im Ennertbad waren - als Einzige, die die Schwimmkurse auch in der heißen Jahreszeit anboten - steht wie jedes Jahr im Herbst wieder der Umzug in die Hallenbäder an

"So lange uns die Kinder nicht Opa und Oma nennen, machen wir das Ganze noch weiter. Das Kinderschwimmen hält uns jung und fit", sagt Klaus Pott. An ihrer Nachfolge, die Schwimmlehrer bilden sie ebenfalls selber aus, wird aber trotzdem schon gebastelt.

Wer die Eheleute allerdings im Wasser beobachtet und sieht, mit wie viel Freude sie dabei sind, glaubt wohl kaum an eine schnelle Ablösung des dienstältesten, aktiven Trainerpaares in Bonn.

Liebevoll und eindringlich zugleich begleiten sie die Kinder und verweisen auf ihre Erfolgsquote von 90 Prozent bei den Anfängerkursen.

Wichtig sei vor allem die psychologische Komponente: Wenn man die Kinder beim Namen kenne, wüssten sie, dass man sie und ihre Fortschritte auch registriere, erklärt Pott. Von seinem früheren Ruf als "harter Hund" ist im Umgang mit den Anfängern nicht mehr viel zu sehen.

Wenn alles gut läuft, kommen wohl noch einige stolze Seepferdchen-Besitzer zu der Statistik der Eheleute Pott hinzu.

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