Suche nach Freiwilligen ist mühsam: Schwierigkeiten bei der Organisation der Martinszüge in Beuel

Suche nach Freiwilligen ist mühsam : Schwierigkeiten bei der Organisation der Martinszüge in Beuel

Viele ehrenamtlich engagierte Mitbürger im Einsatz: Die Veranstalter berichten über die Schwierigkeiten Martinszüge zu organisieren. Brauchtumspflege falle nicht als Geschenk vom Himmel.

„Wunschlos glücklich“ ist Schulleiterin Ute Sterr von der Vilicher Adelheidis Gemeinschaftsgrundschule mit der Organisation des Martinsumzugs ihrer Schule. „Schon seit Jahren sorgt die Schulgemeinschaft für den Verkauf der Martinslose“, so Sterr. Auch die Unterstützung vonseiten der Stadt Bonn (228 Euro Zuschuss), und der Einsatz von Feuerwehr, THW und Polizei sei immer wieder sehr freundlich und kooperativ.

Bis auf einen Gänsewagen wird den Laternen tragenden Kinder am Dienstag, 13. November, wieder alles geboten, was Herz und Seele erfreut. Dazu gehören Axel Heinzen als reitender Martin genauso, wie die Weckmänner und natürlich das große Feuer, für das die Wiese vor der Burg Lede problemlos zur Verfügung gestellt wurde.

Gerade auch, weil sich dies oftmals in der Zeitung so problemlos lese, wies Hans Luhmer vom Martins-Ausschuss in Holzlar darauf hin, dass die Organisation von Brauchtumspflege nicht als Geschenk vom Himmel falle, sondern dass dafür viele ehrenamtlich engagierte Mitbürger im Einsatz sind. „Damit in einem Dreijahresrhythmus so viele Holzlarer wie möglich in den Genuss eines Sankt Martinzuges kommen, gibt es bei uns drei sich von Jahr zu Jahr abwechselnde Zugwegvarianten“, so Luhmer. In diesem Jahr startet der Zug am 7. November im Tulpenweg. Bei Ankunft des Zuges am Martinsfeuer an der Christ-König-Straße werden sich rund 20 Helfer über das Ergebnis ihrer umfangreichen Vorarbeit freuen können. Etwa 3000 Euro werden dann für Musikgruppen und Weckmäner ausgegeben sein.

Finanzierung durch Spenden und Martinslose

Auch in Holzlar finanziert man diesen Betrag durch den Verkauf von Martinslosen und durch Spenden. „Die einzigen Schwierigkeiten bestehen in der Regel darin, zeitgerecht Lose und Flyer drucken zu lassen und diese rechtzeitig im Ort zu verteilen“, sagt der Vorsitzende des Bürgervereins.

Mühsam sei bisweilen nur die Suche nach Freiwilligen, die den Zug begleiten und für Sicherheit und Ordnung sorgen sollen. Weder bei der Organisation noch bei der Finanzierung sieht sein Kollege Serge Mpouma vom Bürgerverein Geislar irgendwelche Probleme. Dort gibt es zwar keine Martinslose, dafür wird jedoch fleißig gespendet. Axel Heinzen wird am 8. November als reitender St. Martin von zwei Kapellen bis zum Feuer auf dem Dorfplatz begleitet, wo Kinder ihren Weckmann abholen und die Geislarer bei Frikadellen, Würstchen und Getränken zusammen sein können.

Es bleibt abzuwarten, ob beim Martinsumzug des Bürgervereins Roleber-Gielgen-Hoholz das eine oder andere Kind die Frage stellen wird, ob St. Martin eine Frau gewesen sei, denn dort wird Anne Schuster hoch auf ihrem Pferd Paul sitzen. Zusammen mit fünf Mitgliedern seines Vereins ist der Vorsitzende Jens Töpert von Tür zu Tür gegangen und hat um Spenden gebeten. Zuvor mussten bei der Stadt Anträge für die Verlegung des Martinsfeuers gestellt werden, das wegen des Schulneubaus auf dem Sportplatz der Grundschule Om Berg auf dem Platz vor der ehemaligen Landwirtschaftskammer stattfindet. „Unser Ort beteiligt sich immer sehr gerne und sehr vielfältig an der Brauchtumspflege“, freut sich Töpert.

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