Beueler Treff: Schwarzrheindorfer Doppelkirche im Fokus

Beueler Treff : Schwarzrheindorfer Doppelkirche im Fokus

Beim Beueler Treff berichten Experten über die Besonderheiten der Doppelkirche Schwarzrheindorf. Für sie ist es ein ganz besonderes Gotteshaus. Untersuchungsgegenstand sind, unter anderem, die Wandmalereien.

Als Diakon und direkter Nachbar der Doppelkirche in Schwarzrheindorf erlebt Barthel Held manchmal lustige Momente. „Zuletzt hat jemand bei mir geklingelt und gefragt, wo denn die Doppelkirche sei. Da habe ich ihm gesagt, dass er aus der doch gerade herausgekommen sei“, sagte Held. Der Besucher habe ein verwundertes Gesicht gemacht und bemerkt: „Wie, die ist doch so klein.“

Andere Besucher seien dagegen überwältigt von den umfangreichen Wandmalereien in der von außen etwas unscheinbar wirkenden Kirche. „Bei vielen spürt man die Ehrfurcht“, sagte Held beim Beueler Treff, der dieses Mal in der Doppelkirche stattfand und sich um deren Besonderheiten drehte. Erst im vergangenen Dezember war die Kirche nach einer rund zweijährigen Sanierung feierlich wiedereröffnet worden (der GA berichtete).

Ehrfurcht ist auch das richtige Stichwort, um Helds eigenes Verhältnis zum Schwarzrheindorfer Wahrzeichen zu beschreiben. „Ich bekomme immer wieder Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass ich hier mit anderen Gottesdienste feiern darf.“

Ein besonderes Faible für das Gotteshaus haben auch Florian Münch, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstands der Gemeinde, und die Kunsthistorikerin Hanna Christine Jacobs, die neben Held Gesprächspartner von GA-Redakteur Holger Willcke bei der Veranstaltung waren. „Dieser Kirchenraum lässt einen nicht unberührt. Etliche Dinge entdeckt man immer wieder neu“, sagte Münch.

Das Entdecken und Erforschen steht auch für Jacobs im Mittelpunkt. In einem Forschungsprojekt der Bonner Universität untersucht sie die Wandmalereien der Doppelkirche. „Ich hoffe dazu beitragen zu können, wie spannend die Kirche ist“, sagte Jacobs, die zugab, selbst erst zu Beginn ihres Studiums erstmals in der Doppelkirche gewesen zu sein.

Nun erforscht sie die Wandmalereien und bewertet diese als zusammenhängendes System. Eine grundlegende Fragestellung dabei sei, wie die Erzählung über den gesamten Raum nachvollzogen werde.

Weiterer Forschung bedarf offenbar auch das Phänomen der Doppelkirchen, wie Jacobs sagte. „Es gibt ganz unterschiedliche Auffassungen darüber, was mit Doppelkirche gemeint ist“, erzählte Diakon Held den rund 170 Besuchern aus seinen alltäglichen Erlebnissen. Manche würden etwa annehmen, dass ein Teil katholisch, der andere evangelisch sei.

Jacobs ergänzte, dass heute noch unklar sei, ob im unteren Teil der Kirche das gewöhnliche Volk Platz genommen habe und im oberen Geschoss der Erbauer und spätere Kölner Erzbischof Arnold II. von Wied. Dies ist nicht die einzige Unklarheit, die es rund um die Doppelkirche gibt, wie Münch betonte: „Es gibt vieles, das noch nicht dokumentiert ist.“ Gründe, die Kirche auch in Zukunft weiter zu erforschen, gibt es also zu genüge.

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