Nach aufwendigem Akt: Schlosskommende in Ramersdorf hat ihre Spitze zurück

Nach aufwendigem Akt : Schlosskommende in Ramersdorf hat ihre Spitze zurück

Die Schlosskommende hat ihre Spitze wieder bekommen. Ein Kranwagen hievte das neu verzinkte Bauteil in Zentimeterarbeit auf den Turm. Für Hausherr Salvatore Luca war es ein Freudentag.

Sechs Monate fehlte sie, jetzt sitzt sie wieder an Ort und Stelle: Der Turm der Schlosskommende in Ramersdorf hat wieder seine Spitze. In einem aufwendigen Akt hievte ein großer Baukran die Spitze in die Höhe, hob sie über die Dächer der Kommende und setzte sie punktgenau da ab, wo sie hingehört.

Ein Gerüst in luftiger Höhe wies dem Kranführer den Weg, zentimetergenaue Arbeit war notwendig, und es dauerte entsprechend lange. Doch nach knapp zwei Stunden war alles vorüber, und der Kranwagen konnte wieder abziehen. Damit nicht genug, denn die Arbeiter von Restaurator Klaus Dohmesen brachten noch die goldene Spitze an, die jetzt weithin sichtbar sein wird. "Mit echt Blattgold beschichtet", sagt Dohmesen, denn kein anderes Material sei so beständig. "Das wird auch bei Kirchen so gemacht." Und der Turm, wusste Helmut Müller, ein Nachbar der Kommende, sei der Turm der ehemaligen Georgskapelle, also ein ehemaliger Kirchturm. "Das ist ein großer Freudentag für mich, aber auch ein Feiertag für Ramersdorf", sagt Salvatore Luca, der mit fünf Jahren mit seiner Mutter aus Sizilien nach Köln kam und seit zwei Jahren Hausherr auf der Schlosskommende ist.

Notwendig geworden war diese Maßnahme neben zahlreichen anderen, weil an dem Dach und insbesondere an der Turmspitze vieles marode war. Die Kupferspitze hatte den Zinkplatten, mit denen das Holzgestell der Turmspitze verkleidet ist, sehr zugesetzt, die Drachenköpfe, die die Spitze schmücken, waren nicht mehr vollständig, teilweise regnete es in das altehrwürdige Haus. Deshalb musste auch der ganze Turm restauriert werden. "Alles Maßnahmen zur Erhaltung der Substanz", sagt Luca. Die Restaurierung der Turmspitze sei sein privates Hobby, sein Beitrag zur Verschönerung der Kommende. Bei anderen Maßnahmen hofft er auf finanzielle Unterstützung des Landes. So zum Beispiel beim Dach des Hauptgebäudes, das er komplett neu eindecken ließ.

"Ich habe das Restaurant ‚Medici‘ komplett erneuert", sagt Luca, der Restaurantfachmann. In Köln betreibt er neben einer Immobilienfirma mit "La Vita" ein italienisches Restaurant der gehobenen Klasse.

Außerdem hat er den Parkplatz vor der Kommende befestigen und schön anlegen lassen sowie die Terrasse vor dem Gebäude hergerichtet. "Vor dem Haus haben wir alles aufgefrischt", sagt er mit berechtigtem Stolz. Und er ist gerade dabei, die Zimmer des angeschlossenen Hotels sukzessive restaurieren zu lassen. "Wir schaffen es, bis Ende des Jahres alle Zimmer fertigzustellen", ist er sich sicher.

Doch jetzt ist erst einmal Schluss mit den Restaurierungen. "Der Betrieb lief zwar weiter, dennoch muss jetzt erst einmal Ruhe einkehren. Ich muss mal Atem holen", sagt Luca und meint damit, dass sich auch seine Privatschatulle trotz zahlreicher privater Sponsoren, die er hat, erholen solle. Was noch fehlt: Ein Drache, Schmuck auf dem Turm, muss in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde erneuert werden. Dazu hat Luca einen Künstler aus Köln an der Hand, der diesen aus einem eingescannten 3-D-Modell mit einem 3-D-Drucker erstellen kann. "Mit Patina", strahlt Luca.

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