Pützchens Markt: Schausteller laden Flüchtlingskinder ein

Pützchens Markt : Schausteller laden Flüchtlingskinder ein

Grandios, fulminant, sensationell: Diese Superlative kommen Pützchens-Markt-Kennern über die Lippen, wenn sie die ersten drei Kirmestage bilanzieren. Diese Erfahrung sollten nach Meinung der Schausteller auch Flüchtlingskinder machen.

Marktmeister Günter Dick, der den Rummel seit 13 Jahren mit seinen Mitarbeitern für die Stadt Bonn organisiert, kann sich diese Bewertungen nur so erklären: "Diese Kirmes zieht die Menschen unglaublich an. Pützchens Markt ist ein Gefühl, da muss man hin - selbst dann, wenn der Wetterbericht nicht nur pure Sonne verspricht."

[kein Linktext vorhanden]Der Besucherandrang ist zwar nicht wie im Vorjahr rekordverdächtig, aber er ist sehr hoch. Nach übereinstimmenden Schätzungen der Stadt Bonn und der Polizei haben bis Montagabend ungefähr 860.000 Menschen den Jahrmarkt besucht. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 950.000 Gäste.

Dennoch gibt es schon jetzt einen neuen Rekord: Der Kirmesfreitag war vom Besucherandrang her der am besten besuchte Auftakttag in der Geschichte von Pützchens Markt. Günter Dick gab als Gästezahl 290.000 an. "2014 waren am Kirmesfreitag 280.000 Menschen in den Budengassen. Ich hätte nicht gedacht, dass man diesen Wert noch toppen kann."

Menschen strömen in Massen auf die Marktwiesen

Auch Schausteller Peter Barth bestätigte den Freitagsrekord: "Sonne, aber nicht zu warm - ein Traumtag für uns Schausteller. Die Menschen strömten in Massen auf die Marktwiesen, hatten gute Laune und sorgten für einen sehr guten Umsatz." Heute zeigen sich die Schausteller spendabel: Sie laden zum Kinder- und Waisentag zusätzlich 50 Flüchtlingskinder ein, die das DRK nach Pützchen bringen wird.

[kein Linktext vorhanden]"Wir wollen dazu beitragen, dass die Kinder für ein paar Stunden ihr Schicksal vergessen", sagte Barth. Er erwartet heute insgesamt 900 Teilnehmer. Seit 1958 laden die Schausteller zu diesem Treffen ein und verwöhnen Mädchen und Jungen einen Vormittag lang kostenlos. Als Ehrengast wird Trompeter Bruce Kapusta teilnehmen. Er erhält von den Schaustellern 3000 Euro für den Verein der Freunde und Förderer des Zentrums für Kinderheilkunde der Uni Bonn. Treffpunkt: 10.30 Uhr am Adelheidisbrunnen in Pützchen.

Anders der Samstag: Kaum Sonne, graue Wolken und ab 18.45 Uhr prasselte mehr als zwei Stunden lang Starkregen auf das Kirmesgelände herunter. Es herrschte Land unter. Vor allem die kleineren Stände auf dem Pluutenmarkt litten unter den Wetterkapriolen. Einige von ihnen mussten frühzeitig schließen und ihre Waren sichern. Aber es hätte viel schlimmer kommen können.

Regen flutet Parkplätze

"Der Wetterdienst hatte Gewitter, Starkregen und Sturm mit der Windstärke sieben angekündigt - also eine ernstzunehmende Unwetterwarnung", sagte Dick. Die Einsatzleitstelle reagierte umgehend und informierte die Schausteller über das nahende Unwetter.

[kein Linktext vorhanden]Aus unerklärlichen Gründen verbreitete sich auf der Kirmes das Gerücht, dass die Stadt den Jahrmarkt schließen will. Das ärgerte die Schausteller ungemein, fürchteten sie doch um ihre Einnahmen. Am Sonntag verständigten sich Dick, Beuels Polizeichef Gerd Mainzer und Schaustellersprecher Peter Barth darauf, dass die Stadt ab 2016 die Betreiber der großen Fahrgeschäfte per SMS über Wetterlagen informiert. Aber immerhin: 270.000 Menschen (2014: 320.000) besuchten am Samstag die Kirmes.

Am Sonntag waren die Kirmesfreunde ab 10 Uhr auf den Beinen. Im Bayernzelt saßen die Gläubigen dicht gedrängt und verfolgten die von Schaustellerseelsorger Sascha Ellinghaus zelebrierte Messe. Dem Regen trotzten die Besucher, sodass Dick am Sonntagabend die Gästezahl am Sonntag auf 300.000 schätzte. Laut Polizei brach nachmittags der Verkehr rund ums Marktgelände zusammen. Zwei Parkplätze mussten gesperrt werden, weil Regen sie geflutet hatte.

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