Dachstuhl und Fassade in neuem Glanz: Sanierung der Doppelkirche in Schwarzrheindorf beendet

Dachstuhl und Fassade in neuem Glanz : Sanierung der Doppelkirche in Schwarzrheindorf beendet

Nach zwei Jahren ist die Sanierung von Dachstuhl und Fassade der Schwarzrheindorfer Doppelkirche abgeschlossen. Damit zeigt sich eine der schönsten deutschen Kirchen von ihrer besten Seite.

Wer in den vergangenen Wochen an sonnigen Tagen vom Bonner Rheinufer auf die gegenüberliegende Seite nach Schwarzrheindorf geblickt hat, dem wird unweigerlich aufgefallen sein, dass die Doppelkirche besonders hell strahlt. Der Eindruck trügt nicht: Die berühmte Kirche hat eine optische und substanzielle Aufwertung erfahren. Zwei Jahre lang wurden Dachstuhl und Fassade aufwendig saniert. An diesem Montag hat Kölns Regierungspräsidentin Gisela Walsken das Gotteshaus der Kirchengemeinde Sankt Maria und Sankt Clemens „zurückgegeben“.

Stolz, froh und dankbar zeigte sich die Gemeinde beim Festakt. Kirchenvorstand Florian Münch sagte: „Zu keiner Zeit war die Kirche in so einem guten Zustand wie jetzt. Danke an das Land NRW.“ Und Walsken erwiderte: „Das Steuergeld ist in Schwarzrheindorf gut angelegt. Die Kirche ist wunderschön.“ Auch NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach schickte aus der Landeshauptstadt eine Grußbotschaft: „Mit dem 150-jährigen Bestehen der Kirchengemeinde und der Fertigstellung der Außensanierung gibt es gleich doppelten Grund zum Feiern. Die letzte Sanierung liegt 20 Jahre zurück. Nun hat die traditionsreiche romanische Doppelkirche eine notwendige Erneuerung erfahren. Das Land hat die Sanierung mit 1,1 Millionen Euro unterstützt, damit die Kirche auch in Zukunft als Denkmal erhalten bleibt.“

Die Bezirksregierung Köln hat von Juni 2016 bis Oktober 2018 gemeinsam mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) Nordrhein-Westfalen zu den Sanierungsarbeiten an der St. Maria und St. Clemens Doppelkirche beigetragen. Arbeiten an der Dachfläche und der Fassade waren aufgrund von Durchnässungen, die im Gebäude größere Schäden verursacht haben, erforderlich.

Ebenso wurde die Außenanlage erneuert. Aufgrund einer notwendigen Kanalsanierung mussten Pflasterflächen abgehoben werden. Im Zuge dessen wurde der gesamte Innenhofbereich neu mit Pflaster und Basaltplatten barrierefrei gestaltet und Fahrradständer und Wegebeleuchtungen installiert. Die Nachbarschaft hat von den Bauarbeiten eigentlich nicht sehr viel mitbekommen – bis auf das weithin sichtbare Baugerüst. Ein Nachbar jedoch, der mit seiner Familie im direkt angrenzenden Pfarrhaus lebt, wohnte zwei Jahre auf einer Baustelle.

Diakon Barthel Held hat aber mit der Fertigstellung alle Widrigkeiten auf einen Schlag vergessen: „Von allen Seiten blinkt die Doppelkirche wie neu.“ Die Gemeinde hat die Fertigstellung schon gebührend gefeiert – und zwar beim Pfarrfest im September. Im Rückblick waren die rund anderthalb Jahre Baustellenbetrieb gar nicht so schlimm, räumt der Diakon ein. „Denn die Kirche musste wegen der Bauarbeiten nicht geschlossen werden. Wir konnten zum Glück Messen und Veranstaltungen abhalten.“ Hin und wieder sei der Zugang zur Kirche etwas schwierig gewesen – ein lösbares Problem.

Nach Auskunft der Bezirksregierung Köln waren die Baukosten ursprünglich mit 800.000 Euro veranschlagt. Im Laufe der Arbeiten gab es jedoch böse Überraschungen, die den Zeitplan in Verzug brachten. Anders als geplant musste auch der Dachstuhl des Mittelschiffs erneuert werden. In der Zwerggalerie wurden marode Balken entdeckt, und es stellte sich heraus, dass die gesamte Dachkonstruktion eine Verstärkung benötigte. Außerdem führte die Durchfeuchtung und damit einhergehende Versalzung des Mauerwerks immer wieder dazu, dass bereits fertige Flächen noch einmal verputzt werden mussten. Ins Stocken gerieten die Sanierungsarbeiten schließlich auch durch Schlechtwetter- und Frostperioden im vergangenen Winter.

„Die Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung und dem BLB verlief hervorragend. Wir waren stets über alles informiert“, lobte Kirchenvorstand Werner Ciupka. Für das Frühjahr kündigte er eine letzte Baumaßnahme an: „Von der Immunitätsmauer rund um die Doppelkirche gehört der Gemeinde der größere Teil. Steinmetze werden die einige hundert Jahre alte Mauer restaurieren. Das Generalvikariat in Köln hat bereits zugestimmt.

Über die Sanierung freut sich auch Rodolfo Wirz. Der Bischof des Bistums Maldonado in Uruguay wurde vor 76 Jahren in Schwarzrheindorf geboren und wanderte 1949 als siebenjähriger Junge mit seiner Mutter nach Südamerika aus.In den nächsten Tagen besuchen einige Schwarzrheindorfer den Bischof, weil er in Uruguay sein 50. Priesterjubiläum feiert.

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