S13 in Beuel: Bonn streitet mit Deutscher Bahn über Behelfsbrücke

Bau der S13 in Beuel : Bonn streitet mit Deutscher Bahn über Behelfsbrücke

Die Stadt plant im Zuge der Errichtung der S13 eine neue Brücke zwischen Vilich und Vilich-Müldorf. Das führt zum Streit mit der Deutschen Bahn.

Zwischen Deutscher Bahn (DB) und der Stadt Bonn bahnt sich auf der S13-Baustelle in Vilich ein Expertenstreit an. Es geht um die Frage: Muss parallel zur Schultheißstraße eine Behelfsbrücke gebaut werden oder nicht? Die DB sagt Nein, die Stadt Ja.

Nach aktuellem Zeitplan der DB soll die Brücke an der Schultheißstraße vom Frühjahr 2021 bis Ende 2024 für den Umbau gesperrt werden. „Im Planfeststellungsbeschluss ist eine Umleitung des Verkehrs südlich über die B56 (Autoverkehr, Radfahrer und Fußgänger) vorgesehen, die dann über die neue B56-Brücke und nicht mehr über die Behelfsbrücke führt“, erklärte Torsten Nehring von der DB-Pressestelle in Düsseldorf auf Nachfrage des GA. Nördlich hätten Fußgänger und Radfahrer eine Kreuzungsmöglichkeit durch die Eisenbahnunterführung am Burgpark.

Das Eisenbahnbundesamt hat auf Anfrage der DB Netz im November 2018 die Umleitung als zumutbar bestätigt und die Planfeststellung bekräftigt. Deshalb besteht dort für die DB Netz kein Baurecht für eine zusätzliche Brücke. „Die DB hat der Stadt Bonn die Angaben zur S-13-Planung und den Bauterminen zur Erstellung der Machbarkeitsprüfung mitgeteilt. Das Ergebnis der Untersuchung liegt uns nicht vor“, so Nehring.

Die Stadt Bonn hingegen hat den Bürgern beider Ortsteile eine Ersatzbrücke in Aussicht gestellt, weil sie die Umleitungsvorschläge der DB für nicht zumutbar hält. „Momentan überlegt die Stadt, wie man einen Fußgängerweg an dieser Stelle sicherstellen kann. Auch wenn eine Behelfsbrücke prinzipiell möglich ist, müssen verschiedenen Faktoren, zum Beispiel Kosten, Nähe zur Baustelle der S13, Beanspruchung von Privatgrundstücken, bedacht werden. Deswegen wird derzeit eine mögliche Planung einer Behelfsbrücke überarbeitet“, erklärte Kristina Buchmiller vom städtischen Presseamt. Außerdem müssten noch Gespräche mit der DB erfolgen.

Mögliche Lösungen, um diese Strecke für Fußgänger und Fahrradfahrer sicherzustellen, würden in den nächsten Monaten erarbeitet und anschließend der Bezirksvertretung Beuel vorgestellt, so die Stadt Bonn. Zu möglichen Kosten könne die Stadt derzeit noch keine Angaben machen. Nach GA-Informationen soll die Verwaltung die ursprünglich geschätzten Kosten für eine Behelfsbrücke von zwei bis drei Millionen Euro auf 800.000 Euro reduziert haben. Diese Auskunft will die Stadt derzeit nicht bestätigen.

Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus vertritt die Meinung, dass sehr wohl eine Behelfsbrücke zwischen Vilich und Vilich-Müldorf gebaut werden muss. Die Bauphase von fast vier Jahren wäre eindeutig zu lange, um ohne sichere Verbindung für Radfahrer und Fußgänger auszukommen. Den Vorschlag, den neuen Radweg parallel zur B56 zu nutzen, hält Déus für nicht akzeptabel, weil es dort keine Beleuchtung gebe.

Nehring von der DB hatte beim Gespräch mit dem GA aber auch eine gute Nachricht im Gepäck: Angepasst hat die DB den Bauablauf an der Eisenbahnüberführung Hammstraße. Dort kann die Bauphase, die ursprünglich in zwei Abschnitten insgesamt 30 Monate dauern sollte, in einen Bauabschnitt zusammengefasst und auf  circa anderthalb Jahre gekürzt werden. Vorteile biete das vor allem für die Radverbindung von Geislar nach Bonn-Beuel, so Nehring. Solange die Eisenbahnüberführung Hammstraße gesperrt ist, wird die Kreuzung durch die nahegelegene Unterführung am Burgpark geöffnet sein.

Wann genau die Bauarbeiten der DB an der Eisenbahnüberführung Bröltalbahnweg starten, kann die Pressestelle noch nicht genau sagen. Grund: Vorher müssen noch umfangreiche Kanalverlegungsarbeiten durch die Stadt Bonn erfolgen. Den Baubeginn dort plant die DB derzeit für 2021.

 Gefragt, wann denn das Versetzen des Beueler Güterbahnhofs erfolgt, antwortete Nehring: „Für die Translozierung steht der Termin noch nicht fest.“ Mit den Vorarbeiten ist die Deutsche Bahn allerdings schon längere Zeit fertig.